Aktualisiert 18.09.2014 10:56

Jens Voigt

Noch «eine Stunde die Klappe halten»

Jens Voigt greift am Donnerstagabend in Grenchen den Stundenweltrekord an. Danach steigt der 43-jährige Deutsche definitiv vom Rad.

von
heg

Er wird dem Radsport fehlen: Jens Voigt. Der 43-jährige Deutsche, der in diesem Jahr zum 17. Mal die Tour de France bestritt, steigt am Donnerstagabend ein letztes Mal rennmässig aufs Rad. Zum Abschluss seiner langjährigen Karriere versucht Voigt in Grenchen den Stundenweltrekord zu brechen.

Fachleute trauen dem deutschen Velo-Oldie eine neue Bestmarke zu. «Gemessen an seinen Fähigkeiten liegt der Rekord in Reichweite», sagt Tim Vanderjeugd, Sprecher des Trek-Teams, für das Voigt die letzten Jahre gefahren ist. Voigts Landsmann und aktueller Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin freut sich ebenfalls auf den Versuch und erwartet von ihm «eine belastbare Vorgabe». Er selbst will den Stundenweltrekord nächstes Jahr oder 2016 angreifen. Fabian Cancellara hat das Projekt vorerst auf Eis gelegt und war zunächst nicht wahnsinnig erfreut, dass sein Teamkollege den Rekord nun vor ihm anpeilt.

Bewusst Grenchen gewählt

Dass Voigt den Weltrekordversuch in der Schweiz plant, hat seinen Grund. Die Bahn im 2013 neu eröffneten Velodrome in Grenchen gilt als besonders schnell. Für den 43-Jährigen wurde eine leicht modifizierte Zeitfahrmaschine gebaut. Bei Ondrej Sosenka war das 2005 nicht der Fall. Der Tscheche fuhr bei seinem Weltrekord vor neun Jahren noch nach den alten Regeln des Weltverbandes UCI, die Spezialvelos nicht zuliessen. 49,7 Kilometer legte Sosenka in Moskau zurück. In den 90er-Jahren fuhr der Schweizer Tony Rominger mit einem futuristischen Rad 55,291 km. Der Brite Chris Boardman legte gar 56,375 km zurück.

Voigt peilt eine Distanz von 51 Kilometern an. «Wenn am Schluss eine Fünf vorne steht, dann bin ich zufrieden.» Der Deutsche will den Rekord mit dem beinahe gleichen Motto, das ihn die vielen Jahre auf dem Rad begleitete, erreichen. «Shut up, legs!», stand jeweils irgendwo geschrieben. Übersetzt heisst dies so viel wie «Klappe halten, Beine!». Für seinen letzten Auftritt hat er den Spruch geändert: «Shut up, hour!» - «Klappe halten, Stunde!».

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