Justiz: Noch kurz gelebt – Täter von Salez hatte Anwalt

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JustizNoch kurz gelebt – Täter von Salez hatte Anwalt

Auch wenn ein Täter bei seiner Tat stirbt, ermittelt die Justiz. Rasche Ergebnisse sind allerdings nicht zu erwarten, so auch nicht in den Fällen Salez, Rehetobel oder Kronberg.

von
jeb
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Am 13. August 2016 hat ein  27-jähriger Schweizer Zugpassagiere mit einer brennbaren Flüssigkeit attackiert. Der Zug war zwischen Sargans und St. Gallen unterwegs. Die Tat geschah zwischen Buchs SG und Salez SG.

Am 13. August 2016 hat ein 27-jähriger Schweizer Zugpassagiere mit einer brennbaren Flüssigkeit attackiert. Der Zug war zwischen Sargans und St. Gallen unterwegs. Die Tat geschah zwischen Buchs SG und Salez SG.

Reporter 20 Minuten
Eine Nahaufnahme des Abteils.

Eine Nahaufnahme des Abteils.

Reporter 20 Minuten
Der Mann war neben der brennbaren Flüssigkeit auch mit einem Messer bewaffnet.

Der Mann war neben der brennbaren Flüssigkeit auch mit einem Messer bewaffnet.

Beat Kälin, newspictures

Vor rund einem Jahr verübte ein Täter in Salez eine Amoktat, im Januar schoss ein Mann in Rehetobel auf Polizisten: In beiden Fällen starben die Täter und es gibt keinen Prozess, in dem offene Fragen geklärt werden könnten. Allenfalls werden aber Ergebnisse der Ermittlungen veröffentlicht.

Ein 27-jähriger Mann schüttete am 13. August 2016 auf der Strecke zwischen Salez und Sennwald in einem Regionalzug zuerst eine brennbare Flüssigkeit aus und stach dann mit einem Messer auf Passagiere ein. Bei der Attacke starben zwei Frauen sowie der Täter. Vier weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft hatte danach erklärt, dass die Untersuchung trotz des Todes des Täters weiterlaufe – und dass nach Abschluss des Verfahrens das Ergebnis bekanntgegeben werde. Diese Informationen stehen bisher noch aus.

6 Verletzte nach Angriff im Zug bei Salez SG

Ein Mann (27) hat in einem Zug bei Salez SG mehrere Menschen mit einem Messer und brennbarer Flüssigkeit schwer verletzt.

Fall Rehetobel noch offen

Im Januar 2017 kam es in Rehetobel AR zu einer Schiesserei. Ein 33-Jähriger verletzte bei einer Hausdurchsuchung zwei Polizisten schwer und richtete sich danach selbst. Danach lief eine Untersuchung an. Unter anderem ging es um die Frage, wie der Schütze zu seiner Waffe gekommen war.

Schiesserei in Rehetobel (AR)

Dazu gebe es bisher keine neuen Erkenntnisse, erklärte der zuständige Staatsanwalt Bruno Werlen. Ob vor der absehbaren Einstellungsverfügung nochmals informiert werde, sei im Moment noch offen.

Kronberg: Resultate in Aussicht gestellt

Es gibt weitere Fälle, in denen die Öffentlichkeit ein gewisses Interesse am Untersuchungsergebnis hat: So ereignete sich im August 2016 auf der Sommerrodelbahn am Kronberg ein tödlicher Unfall. Dabei starb ein 44-jähriger Mann. Die Innerrhoder Staatsanwaltschaft führte eine Untersuchung durch. Über das Resultat werde die Öffentlichkeit noch informiert, hiess es auf Anfrage.

Untersuchungen dauern lange

Warum dauert es aber so lange, bis die Abklärungen zu einem Fall wie in Salez veröffentlicht werden, bei dem kein Täter mehr belangt werden kann? Dafür könne es verschiedene Gründe geben, gibt Roman Dobler, Sprecher der St. Galler Staatsanwaltschaft, Auskunft. So dauere es, bis die Polizei ihre Untersuchungen abgeschlossen habe, weiter müsse den Parteien Akteneinsicht gewährt werden.

Angehörige der Opfer werden zuerst informiert

Es gebe ein Interesse der Öffentlichkeit an den Ergebnissen, weiss Dobler. Noch wichtiger sei aber das Informationsbedürfnis der Opfer oder der nahen Angehörigen. Sie hätten ein Recht auf Akteneinsicht. Zudem würden sie vorgängig darüber informiert, wie die Staatsanwaltschaft den Fall abschliessen wolle, und bekämen auch die Schlussverfügung.

Diese «interne Kommunikation» gehe vor, betont der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Erst danach würden Medienmitteilungen verschickt. Im Fall Salez sei es so, dass die Staatsanwaltschaft den sehr umfangreichen Schlussbericht von der Kantonspolizei Ende Februar 2017 erhalten habe. Danach hätten sämtliche Parteien Akteneinsicht erhalten.

Täter von Salez hat Verteidiger

Dazu gehören Opfervertreter, aber auch Versicherungen. Auch der Beschuldigte wird von einem Anwalt vertreten. Der Grund sei das grundlegende Recht auf eine Verteidigung, erklärte Dobler. Der Mann habe nach der Tat noch kurze Zeit gelebt, deshalb sei damals wegen der Schwere des Vorwurfs automatisch ein Pikettanwalt aufgeboten worden. Das sei üblich in Fällen, bei denen eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr im Raum steht.

Die umfangreiche Akte mit den Ermittlungsergebnissen kursierte deshalb bis Anfang Juli unter den Parteien. Noch immer kann aber der Fall nicht abgeschlossen werden: Nun stünden noch Beweisanträge im Raum, über die entschieden werden müsse. Details darüber können keine bekannt gegeben werden, da das Verfahren noch läuft.

«Nicht unbedingt prioritär» behandelt

Es sei schon so, dass Verfahren, bei denen kein Täter mehr angeklagt werden kann, von der Staatsanwaltschaft «nicht unbedingt prioritär» behandelt würden, so Dobler. Dies sei sicher anders als in Fällen, bei denen das Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft anordne.

Dobler stellt weiter fest, dass die St. Galler Staatsanwaltschaft 90 Prozent der eingehenden Strafanzeigen innert Jahresfrist und 98 der Strafuntersuchungen innerhalb von zwei Jahren erledige. (jeb/sda)

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