Aktualisiert 25.06.2009 20:12

«Transformers 2»Noch mehr Popcorn- Action fürs Auge

Für «Transformers 2» durfte der Event-Movie-Schmid Michael Bay erneut aus dem Vollen schöpfen.

«Meine Filme sind viel zu schnell geschnitten, als dass man sie in 3-D-Technologie zeigen könnte», meinte der Regisseur Michael Bay kürzlich in einem Interview. Und tatsächlich: Es gibt kaum ­eine Minute, in der die ­Kamera einmal zur Ruhe kommt. Es scheint, als wolle Bay einmal mehr mit seiner zum Markenzeichen ge­wordenen Sound-and-Vi­sion-Perfektion (Fan-Jargon: «Bayhem») von der Story ­ablenken: Nachdem Sam Witwicky (Shia LaBeouf) die Welt mit Hilfe der gutmütigen Autobots vor den bösartigen Decepticons gerettet hat, freut er sich auf ein normales Leben. Als er aufs College geht, lässt er nicht nur Freundin Mikaela (Megan Fox) zurück, sondern auch Roboter-Kumpel Bumblebee. Doch bald wird Sam von seltsamen Visionen heimgesucht. Erneut steht ein Kampf der ausser­irdischen Roboter bevor, bei dem das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel steht. Sam hält den Schlüssel zu ihrer Rettung in der Hand. Oder besser gesagt: in seinem Kopf.

Der Filmemacher Michael Bay ist immer dann am allerbesten, wenn er keine grosse Handlung erzählen muss, sondern Popcorn fürs Auge inszenieren darf. Im Fall der «Transformers»-Kinoserie darf er sich nach Herzenslust austoben. So bietet nur schon der spektakuläre Filmbeginn in Schanghai ein Action-­Furioso, das anderen Hollywood-Grossproduktionen als finaler Showdown gereicht hätte. Angesichts der dünnen Story und der computer­generierten Morphing-Effekte ist der Streifen mit einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden jedoch entschieden zu lang geraten. Auch der Humor ist Geschmackssache. Nebst gelungener Ironie wie etwa John Turturros erneutem Auftritt als Agent Simmons gibts auch Fehltritte wie die ­beiden grünen und roten Robo-Zwillinge. Auch Ramon Rodriguez als Teenie-Buddy Leo ist gewöhnungsbedürftig. Und dass sich ­Michael Bay gleich mehrmals selbst zi­tieren muss – (vom «Bad Boys II»-Film­plakat über den «Pearl Harbor»-Luftangriff bis hin zur «Armageddon»-Grossstadtvernichtung – lässt vermuten, dass ihm langsam aber sicher die Ideen ausgehen. Mal schauen, ob ihm für «Transformers 3» Neues einfällt.

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