Rekurs als Risiko: Noch mehr Spielsperren für Morant?
Aktualisiert

Rekurs als RisikoNoch mehr Spielsperren für Morant?

Wenn Berns Verteidiger Johann Morant gegen seine 14 Spielsperren Rekurs einlegt, riskiert er eine Erhöhung der Strafe.

von
Klaus Zaugg
SCB-Rüpel Johann Morant prügelte am Schluss des dritten Playoff-Finalspiels wie wild auf ZSC-Stürmer Ronald Kenins ein. (Bild: Keystone)

SCB-Rüpel Johann Morant prügelte am Schluss des dritten Playoff-Finalspiels wie wild auf ZSC-Stürmer Ronald Kenins ein. (Bild: Keystone)

Hockey-Einzelrichter Reto Steinmann ist kein Scharfrichter. Seine Urteile sind wohl begründet und durch Experten-Gutachten über die möglichen medizinischen Folgen von Fouls untermauert. Er ist deshalb von der der Rekurs-Instanz (Verbandsportgericht) noch nie zurückgepfiffen worden. Will heissen: Die nächsthöhere Instanz hat erst in einem einzigen Fall eine Sperre aufgezogen.

Steinmann hatte den Kanadier Benoit Mondou (La Chaux-de-Fonds) wegen eines Angriffs auf den Schiedsrichter für zehn Spiele gesperrt. Das Verbandssportgericht sprach den Kanadier frei: Seine Entschuldigungsversion war so gut, dass Zweifel an seiner Absicht blieben und im Rechtsgrundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» kam es zu einem Freispruch. Hier wurde also nicht eine Strafe reduziert weil das Strafmass zu hoch war. Vielmehr wurde das Urteil aus juristischen Gründen kassiert.

Steinmann geht nicht an die Schmerzgrenze

Reto Steinmann geht bei seinen Urteilen nicht an die Schmerzgrenze. Deshalb ist ein Rekurs riskant. Der SCB hatte gegen die 6 Spielsperren von Christian Dubé (Stockschlag) rekurriert und das Verbandsportgericht legte nach und erhöhte auf 10 Spielsperren.

Im «Fall Morant» hätte Steinmann durchaus noch höher als 14 Sperren gehen können. Ein Rekurs in dieser Sache würde mit ziemlicher Sicherheit eine Erhöhung der Sperre durch das Verbandssportgericht bringen. Die 14 Sperren bedeuten Nationalliga-Rekord.

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