19.11.2020 08:59

SorgenbarometerNoch nie hat die Schweizer etwas so bewegt wie das Coronavirus

Das Coronavirus ist wie erwartet das Thema, dass Herr und Frau Schweizer im Jahr 2020 am meisten beschäftigt. Das zeigt das aktuelle Sorgenbarometer der Credit Suisse.

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Das Coronavirus bereitet Schweizerinnen und Schweizer 2020 am meisten Sorgen.

Das Coronavirus bereitet Schweizerinnen und Schweizer 2020 am meisten Sorgen.

Keystone
Die Gesundheit der Bevölkerung ist die Nummer 1 im diesjährigen Sorgenbarometer.

Die Gesundheit der Bevölkerung ist die Nummer 1 im diesjährigen Sorgenbarometer.

Keystone
Auch vor den wirtschaftlichen Folgen, beispielsweise für den Tourismus.

Auch vor den wirtschaftlichen Folgen, beispielsweise für den Tourismus.

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Darum gehts

  • Das Coronavirus prägt das Sorgenbarometer 2020.

  • Schweizerinnen und Schweizer sorgen sich um die Gesundheit der Bevölkerung und wirtschaftliche Folgen.

  • Dahinter folgen die Altersvorsorge, Arbeitslosigkeit und der Klimawandel.

Die Gesundheit der Bevölkerung ist derzeit die alles überragende Sorge der Schweizerinnen und Schweizer. Noch nie hat ein Thema die Menschen in kürzester Zeit derart stark bewegt wie das Coronavirus. Zu diesem Schluss kommt das Sorgenbarometer der Credit Suisse 2020.

Über die Hälfte der Personen, die das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Credit Suisse befragt hat, gaben an, dass ihnen das Coronavirus am meisten Sorgen bereite. Das zeige, wie weitreichend die Auswirkungen des Virus auf alle Aspekte des Lebens seien.

Langfristige Folgen des Coronavirus

Doch nicht nur kurzfristig bewegt das Coronavirus die Bevölkerung zutiefst. Auch langfristig rechnen die Schweizerinnen und Schweizer mit einschneidenden Folgen, die auch in drei Jahren noch spürbar sein dürften.

So erwarten vier von fünf befragten Personen, dass als Folge der Corona-Pandemie die Arbeitslosigkeit steigen dürfte. Gut jeder Zweite ist überzeugt, dass die Altersvorsorge leiden werde. Negativ dürfte sich die Pandemie auch im Schweizer Tourismus niederschlagen.

Zuversichtlicher ist die Bevölkerung mit Blick auf die globale politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit, die neutral beurteilt wird. Bei den erwarteten Auswirkungen auf den Bankenplatz und die Gesundheitsversorgung überwiegt in der Tendenz der Optimismus.

Gute Noten erhalten in der Befragung der Bundesrat, das Parlament und die staatliche Verwaltung. Nach einem Einbruch im letzten Jahr stieg das Vertrauen wohl auch wegen des guten Krisenmanagements in der ersten Welle der Corona-Pandemie wieder spürbar an.

Nicht davon profitieren konnte die Armee. Dies trotz der grössten Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach wie vor das grösste Vertrauen in der Bevölkerung geniesst zum dritten Mal in Folge die Polizei. Mehr als zwei Drittel äusserten sich entsprechend.

Wirtschaft und Vorsorge

Neben dem alles überragenden Thema Corona sehe die Liste der grössten Sorgen ähnlich aus wie bei der letztjährigen Befragung. Die Zukunft der AHV und der Altersvorsorge rangierten auf Rang zwei gefolgt von der Angst vor Arbeitslosigkeit. Auch der Umweltschutz und der Klimawandel bereiten der Öffentlichkeit weiter grosse Sorgen.

Aufhorchen lässt das steigende Interesse an politischen Fragen in der Bevölkerung. Demnach gaben 85 Prozent der Befragten an, sie seien sehr oder eher an Politik interessiert. Seit fünf Jahren steigt dieser Wert kontinuierlich an. Die wichtige Rolle der Politik in der Pandemie-Bekämpfung könnte das Interesse verstärkt haben.

Die Credit Suisse misst seit 44 Jahren in einer Umfrage die Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Im laufenden Jahr befragte das gfs.bern im Auftrag der Grossbank knapp 1800 stimmberechtigte Personen in der ganzen Schweiz zwischen Juli und August. Der statistische Stichprobenfehler lag bei +/- 2,0 Prozentpunkten.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

(SDA)

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56 Kommentare
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TV Beobachter

20.11.2020, 13:03

Habe Heute die Live-Debatte im Österreichischen TV gesehen. Es ging um Schulschliessungen, die deren junger Kaiser gerade durchgeboxt hat. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass fast Jeder fast Jedem zum Vorwurf gemacht hat, die Unwahrheit gesprochen zu haben. Die Politik ist in einer schweren Glaubwürdigkeitskrise, so scheint es.

Der Durchblick

19.11.2020, 12:44

Ist doch Quatsch. Die Wertkriege welche mehrere Jahre dauerten, welche Rationalisierungen mit sich brachten. Wo man ständig um sein Leben bangte. Die sollen die Schweiz nicht mehr bewegt haben? Ach ja ... damals gab es auch noch objektive Berichterstattung. Nicht fortlaufende Angstmacherei.

Mitbürgerin

19.11.2020, 12:00

Die Fall-Zahlen sind immer mit Einzelschicksalen verbunden. Offenbar stumpft das ab. Ich vermisse bei den nüchternen, zahlendominierten Pressekonferenzen Empathie für die Betroffenen und tagtäglich an COVID-19 verstorbenen Menschen. die Seele der betroffenen An