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Neue StudieNoch nie so viele erfolgreiche Regisseurinnen wie 2020

Laut des «Celluloid Ceiling Report» war der Frauenanteil in Hollywood noch nie so hoch wie im letzten Jahr. Der Geschlechtergraben bleibt dennoch ungebrochen.

von
Melanie Biedermann

«Wonder Woman 1984» von Patty Jenkins erzielte in den USA die höchsten Umsätze seit Wiedereröffnung der Säle. Die Regisseurin gehört nach wie vor zu einer deutlichen Minderheit in Hollywood.

Warner Bros. Pictures

Darum gehts

  • Das Center for the Studies of Women in Television & Film der San Diego State University veröffentlichte am Samstag seinen jährlichen «Celluloid Ceiling Report».

  • Untersucht wird die Repräsentation von Frauen in den kommerziell erfolgreichsten US-Filmstarts des jeweiligen Jahres.

  • Die Resultate für 2020 bestätigen zwar einen Trend in Richtung Ausgleich. Doch die Zahlen halten vor Augen, wie tief verankert die Unterrepräsentation von Frauen in Hollywood ist.

Das Forschungszentrum für Frauen in Fernsehen und Film an der San Diego State University veröffentlichte am Samstag seinen 23. «Celluloid Ceiling Report». Der Titel der Studie ist eine Anlehnung an die sogenannte Zelluloiddecke, auch als F-Rating bekannt, die als Metapher für die Unterrepräsentation von Frauen bei der Einstellung und Beschäftigung in Hollywood steht.

2020 zählt auch das Heimkino ins Rating

Für die Analysen zieht das Team die offiziellen Zahlen der Website «Box Office Mojo» heran, die seit 1998 die wöchentlichen Einspielergebnisse von Filmen aus über 50 Ländern veröffentlicht. Da reguläre Kino-Releases im Pandemiejahr 2020 weitgehend ausblieben, wurden zusätzlich Daten des «Watched at Home»-Rankings eingeschlossen, das die Digital Entertainment Group anhand von Video on Demand sowie digitaler DVD- und Blu-ray-Verkäufe ermittelt.

Für die ertragreichsten Filme 2020 wertete der «Celluloid Ceiling Report» den Frauenanteil in Regie, Drehbuch, Produktion, Schnitt und Cinematografie aus. Die gute Nachricht: Die Prozentsätze steigen tendenziell. 2020 lag der Anteil von Frauen in genannten Rollen gesamthaft bei 23 Prozent, ein Anstieg von zwei Prozent zum Vorjahr. 2015 waren es 19 Prozent.

Trotz positiver Tendenz: Der Gender-Graben klafft

Auch beim prestigereichen Regie-Posten ist die Richtung positiv: 18 Prozent der 250 erfolgreichsten Hollywood-Produktionen 2020 wurden von Regisseurinnen gedreht. 2019 und 2018 lag dieser Wert bei 13 respektive bei acht Prozent. Wenn man die neuen Zahlen jedoch im Detail und ohne historische Referenz betrachtet, bleibt der Graben eklatant.

Gemäss Studie hätten bei 67 Prozent der Top-250-Filme weniger als fünf Frauen in den entscheidenden Rollen mitgewirkt. Bei vielen fehlten Frauenrollen komplett: «80 Prozent blieben ohne Regisseurinnen, 73 Prozent ohne Autorinnen, 94 Prozent ohne Kamerafrauen.»

Neben den Top 250 US-Filmstarts wertete der «Celluloid Ceiling Report» separat die Top 100 aus. In dieser Sparte lag der Frauenanteil 2020 in der Regie bei 16%. Volle Einsicht in die Daten gibt es via «Deadline».

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4 Kommentare
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quängelei

04.01.2021, 08:35

Man müsste den ehrlichen Grund dazu erwähnen!!!

who is who

04.01.2021, 08:34

Sind die Filme besser geworden?

Patricos

04.01.2021, 07:31

Gal Gadot ist eine sehr talentierte und hübsche Schauspielerin, leider scheint sich das nicht wirklich positiv auf den neuen Wonder Woman Film auszuwirken, der alles andere als sehenswert ist. Da kann man noch so sehr auf der Genderwelle reiten, es macht einen Film weder besser noch schlechter, nur das Talent und die Umsetzung zählt und nur weil Wonder Woman 1984 die höchsten Umsätze seit dem Lockdown erzielte, macht es aus ihm nicht einen guten Film. Es ist der einzige Blockbuster neben Tenet, der veröffentlicht wurde und Tenet ist hat zwar gute Ansätze, aber viel zu verworren und kann die Masse kaum begeistern.