Aktualisiert 01.01.2010 18:39

MexikoNoch nie so viele Tote im Drogenkrieg

In Mexiko sind 2009 im Krieg der Drogenkartelle 7724 Menschen getötet worden. Damit hat die Mordrate im nordamerikanischen Land einen neuen Rekord erreicht.

2008 hatten nach einem Bericht der Zeitung «Universal» noch rund 6300 Personen in Zusammenhang mit der organisierten Drogenkriminalität ihr Leben verloren. Offizielle Angaben der Regierung lagen dazu nicht vor. Die meisten Morde wurden im Staate Chihuahua mit der Stadt Ciudad Juárez registriert. Hier kamen im vergangenen Jahr 3250 Personen ums Leben. Nur im Bundesstaat Yucatán im Süden wurden keine Morde im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität gemeldet.

Die Zahl der Morde in Mexiko hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht. 2005 waren rund 1500 Personen getötet worden. Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Jahr 2006 wurden der Zeitung zufolge rund 16 000 Menschen getötet.

Die mexikanische Regierung hat vor allem in den nördlichen Staaten rund 45 000 Soldaten geschickt, um die mächtigen Drogenkartelle zu bekämpfen. (sda)

Hoher Polizeibeamter erschossen

Der Chefermittler der Polizei des nordmexikanischen Staates Sinaloa ist einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Jesus Escalante wurde laut Medienberichten vom Freitag von Unbekannten erschossen, nachdem er wenige Stunden zuvor die Ermittlungen zum Fall eines entführten Journalisten aufgenommen hatte. Ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen ist nicht auszuschliessen, wie der Generalstaatsanwalt von Sinaloa, Alfredo Higuera, lokalen Medien sagte.

Bei dem entführten Journalisten handelt es sich um einen Reporter des Radiosenders Linea Directa. Der 40-jährige Jose Luis Romero arbeitet für den Sender als Polizeireporter. Er wurde von bewaffneten Männern aus einem Restaurant in der Stadt Los Mochis verschleppt, wie Linea Directa berichtete. Sinaloa zählt zu den Staaten in Mexiko mit der höchsten Gewaltkriminalität. Der Staat ist Hochburg des gleichnamigen Drogenkartells. (AP)

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