Aktualisiert 31.12.2012 11:47

«Nur» 470 Tote

Noch nie war Fliegen so sicher wie 2012

2,9 Milliarden Passagiere wurden 2012 mit Flugzeugen transportiert, 470 von ihnen starben dabei. Das ist ein Allzeit-Minus-Rekord. Allerdings findet man in der Statistik auch Makel.

von
aeg

In einer weiteren Statistik geht das Jahr 2012 als Rekordjahr ein. Noch nie seit Beginn der globalen Flugindustrie hat es so wenige Unfälle gegeben wie in diesem Jahr. 22 schwere Abstürze wurden weltweit registriert – der Absturz der Maschine von Samstag in Moskau nicht mitgerechnet. Damit sank die Zahl um sechs im Vergleich zum Vorjahr. Der 10-Jahres-Durchschnitt von 34 Abstürzen wurde bei weitem nicht erreicht, berichtet das Wall-Street-Journal.

Seit den frühen 60er Jahren wurden nie mehr solch geringe Zahlen notiert. Zu verdanken ist dies der Verbesserung bei den Flug-Sicherheitsmassnahmen über die Jahre. Auch das weltweite Reporting von Zwischenfällen hat den Ingenieuren und Piloten bei der Fehlerminimierung geholfen. Natürlich haben auch verbessertes Training, besseres Material und Ausrüstung ihren Teil zur guten Entwicklung beigetragen.

470 Menschen starben bei den Zwischenfällen

Bei 10 der 22 Zwischenfälle 2012 waren Passagiermaschinen betroffen, nur bei dreien waren grössere Maschinen von westlichen Herstellern involviert. Laut der Ascend Consulting waren sieben Propellermaschinen betroffen. Russische Maschinen sind historisch gesehen anfälliger, transportieren aber weniger Menschen in einem Flug.

Laut der Ascend war es im Jahr 2012 gar zweimal so sicher zu fliegen wie im Vorjahr. Denn laut Statistik gab es lediglich einen Unfall auf 2,5 Millionen Flüge – die Hälfte des Werts von 2011. 470 Menschen starben bei den Zwischenfällen. Der 10-Jahres-Durchschnitt liegt bei 770. Aber die Zahlen dürften täuschen. Von einem neuen Trend geht die Ascend jedenfalls nicht aus. «Unglücklicherweise glauben wir nicht, dass die Airlines so viel sicherer geworden sind. Vielmehr gehen wir von einem Zufall in der Statistik aus.

Problem: Afrika, Südamerika und die Karibik

2,9 Milliarden Fluggäste wurden in diesem Jahr verzeichnet, das sind 5,5 Prozent mehr als 2011. Experten gehen davon aus, dass sich die Anzahl Passagiere bis 2030 verdoppelt. Schuld daran sind die immer globaler werdenden Märkte.

Sorgen bereiten den Flugsicherheitsexperten, wie der Flight Safety Foundation, immer noch die starken Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Afrika, Südamerika und die Karibik sind in Sachen Sicherheit meilenweit von den Industrienationen entfernt. Auch bemerkenswert ist, das 2012 erstmals mehr Business-Jets abstürzten, als Passagiermaschinen.

Mit 1:6,17 Millionen war die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz zu sterben, dieses Jahr beinahe gleich zur Chance im Lotto den Sechser abzuräumen. Diese Wahrscheinlichkeit liegt bei 1:8,14 Millionen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.