Apple-CEO Tim Cook : «Noch zehn Jahre bei Apple? Wohl eher nicht»
Publiziert

Apple-CEO Tim Cook «Noch zehn Jahre bei Apple? Wohl eher nicht»

Elektroautos, E-Voting und Ruhestand: Tim Cook leitet Apple seit knapp zehn Jahren als CEO. Jetzt hat sich der 60-Jährige in einem grossen Interview mit der «New York Times» zu diversen Themen geäussert.

von
Tobias Bolzern
1 / 4
Tim Cook hat 2011 die Führung von Apple übernommen. 

Tim Cook hat 2011 die Führung von Apple übernommen.

Brooks Kraft/Apple Inc.
Er folgt auf den verstorbenen CEO und Apple-Mitgründer, Steve Jobs. 

Er folgt auf den verstorbenen CEO und Apple-Mitgründer, Steve Jobs.

Peter Kneffel/dpa
«Für uns ist die Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht», sagt Tim Cook in einem Interview. 

«Für uns ist die Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht», sagt Tim Cook in einem Interview.

Brooks Kraft/Apple Inc.

Darum gehts

  • Tim Cook, der CEO von Apple, hat mit der «New York Times» gesprochen.

  • In dem Podcast-Interview äussert sich Cook zu diversen Themen.

  • So etwa dem E-Voting, Datenschutz, Privatsphäre und seinem Ruhestand.

  • Der 60-Jährige sagt, dass er wohl keine zehn Jahre mehr CEO sein wird.

Tim Cook (60) ist der Chef von einem der wertvollsten Unternehmen der Welt: Mit iPhones hat Apple in den letzten Jahren Milliarden verdient. Jetzt hat sich Apples CEO in einem Podcast der «New York Times» gleich zu mehreren Themen geäussert.

In dem rund 35 Minuten langen Gespräch geht es um Privatsphäre, Datenschutz, E-Voting und auch um den Ruhestand von Cook. So lautet seine Antwort auf die Frage, ob er in zehn Jahren noch immer CEO von Apple sein wird: «Wohl eher nicht». Im gleichen Atemzug erwähnt er aber auch, dass er sich «im Moment grossartig fühle» und kein Datum für seinen Ruhestand in Sicht sei. Was er nach Apple machen wird, weiss er nicht. «Ich habe keine Ahnung, denn ich liebe diese Firma so sehr, dass ich mir ein Leben ohne sie kaum vorstellen kann.»

Wählen mit iPhones

Im Gespräch ging es unter anderem auch um die Wahlen in den USA. «Das Wahlrecht ist grundlegend für die Demokratie», sagt Cook. Er findet, man müsse den Prozess soweit vereinfachen, dass die Wahlbeteiligung auf über 90 Prozent steigt. Möglich machen könne das Technologie.

Die Journalistin Kara Swisher, die mit Cook das Interview führte, hakte nach: «Wenn man Technologie einführt für Wahlen, die ohnehin bereits mit Betrugsvorwürfen behaftet sind, ist das nicht problematisch?» Cooks Antwort darauf: «Ich bin mir da nicht sicher. Ich träume von Wahlen auf Smartphones. Wir erledigen heute mit den Geräten schon E-Banking, haben unsere Gesundheitsdaten darauf. Warum also nicht?»

«Fadenscheinige Argumente»

Im Interview äusserte sich Cook auch zur Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer und dem Datenschutz. Konkret ging es dabei auch um eine neue Funktion, die Apple eingeführt hat. Damit lässt sich das Tracking der Werbeanbieter unterbinden. Nach der Einführung Anfang 2021 erhielt Apple dafür Lob von Datenschützern und Schelte von der Werbeindustrie und auch von Facebook. Diese fürchten Millionenverluste.

Cook dazu: «Wir wissen, dass das fadenscheinige Argumente sind. Ich denke, dass man Werbung machen und mit digitaler Werbung Geld verdienen kann, ohne Personen zu tracken, wenn sie nicht wissen, dass sie verfolgt werden.» In der Antwort auf eine andere Frage ergänzt er: «Es geht nicht darum, dass Privatsphäre ein Attribut für die Marke ist, um ehrlich zu sein. Für uns ist die Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht.»

Und Elektroautos?

Angesprochen wurde Cook auch zu den Gerüchten, dass Apple an einem Elektrofahrzeug arbeitet. «Ich werde mich dazu nicht äussern», sagt er nur knapp. Gleichzeitig gibt Cook auch preis, dass er nie mit Elon Musk, dem Chef von Tesla, gesprochen hat. Cook glaubt an eine Zukunft mit selbstfahrenden Autos: «Autonomie ist eine Kerntechnologie. Wir werden sehen, was Apple da macht. Wir erforschen intern so viele Dinge. Viele davon werden nie das Licht der Welt erblicken.»

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

Deine Meinung

16 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Legendaryseven

08.04.2021, 01:23

Jetzt mal ernsthaft, jeder der sich überlegt ein Apple Produkt anzuschaffen, sollte sich vorher ein Paar Videos von Louis Rossmann anschauen, und sich mit dem "right to repair act" auseinandersetzen, was Apple da abzieht ist nicht normal.

Pro Apple Aber

07.04.2021, 11:13

Ich bin auch der Meinung, dass Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht ist. Aber warum hält sich dann Apple nicht daran und sammelt auch haufenweise Daten, bzw. gibt mir nicht die Kontrolle über "mein" Gerät, die ich eigentlich bräuchte, um meine Privatsphäre zu schützen? Offenbar hält sich Apple selber doch noch etwas wichtiger als die Privatsphäre der Kunden; anders kann man das nicht erklären. (Nebenbei: Ich besitze mehrere Macs und bin also kein dieser Apple-Hasser aus Prinzip.)

Nachfolger

07.04.2021, 10:22

Craig Federighi oder Johnny Ive