15.09.2020 12:06

Kasami, Bua und Co.Noch zu haben – vertragslose Spieler mit den höchsten Marktwerten

Vertrag ausgelaufen, aber keinen neuen Club gefunden: Pajtim Kasami und Kevin Bua sind zwei prominente Beispiele aus der Schweiz, die gratis zu haben sind.

von
Eva Tedesco
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Pajtim Kasami (28). 
Letzter Club: FC Sion. 
Marktwert: 2,4 Millionen Euro. 
(Quelle: transfermarkt.ch)

Pajtim Kasami (28). Letzter Club: FC Sion. Marktwert: 2,4 Millionen Euro.
(Quelle: transfermarkt.ch)

Keystone
Kevin Bua (27). 
Letzter Club: FC Basel. 
Marktwert: 2 Millionen Euro. 
(Quelle: transfermarkt.ch)

Kevin Bua (27). Letzter Club: FC Basel. Marktwert: 2 Millionen Euro.
(Quelle: transfermarkt.ch)

Keystone
Léo Lacroix (28). 
Letzter Club: St-Etienne. 
Marktwert: 800’000 Euro. 
(Quelle: transfermarkt.ch)

Léo Lacroix (28). Letzter Club: St-Etienne. Marktwert: 800’000 Euro.
(Quelle: transfermarkt.ch)

Keystone

Darum gehts

  • Das Transferfenster in der Schweiz ist wieder offen.
  • Die Clubs schauen sich auf dem Markt nach neuen Spielern um.
  • Eine Möglichkeit für die Vereine, die wegen Corona keine grossen finanziellen Sprünge machen können, sich zu verstärken, sind vertragslose Spieler.

Die Liste der vertragslosen Spieler ist lang. Viele Namen sind nicht allen geläufig, aber wie jedes Jahr sind auch in diesem Sommer prominente Schweizer Fussballer darunter: die ehemaligen Nationalspieler Johan Djourou (33), Almen Abdi (33), François Affolter (29) und Gökhan Inler (35), aber auch Vero Salatic (34) oder Oliver Buff (28).

Ihre Chance: In Zeiten von Corona sind die finanziellen Möglichkeiten der Clubs beschränkt und ablösefreie Spieler vielleicht umso begehrter. Das sind die derzeit wertvollsten vertragslosen Schweizer Profis (Quelle: transfermarkt.ch), die zu haben sind:

Pajtim Kasami (Marktwert: 2,4 Mio. Euro)

«Pajtim muss höhere Ziele anstreben», sagte der einstige Sion-Trainer Paolo Tramezzani Ende der letzten Saison über Pajtim Kasami. Eines dieser Ziele ist die Rückkehr in die Nati, für die der Zürcher letztmals im März 2016 aufgeboten wurde. Auch deshalb hat der U-17-Weltmeister seinen am 15. August ausgelaufenen Vertrag nicht erneuert. «Wenn du bei Sion spielst, hast du praktisch keine Chance, für die Nati aufgeboten zu werden», sagte Kasami (12 Länderspiele / 2 Tore) nach dem Ligaerhalt gegenüber SRF. «Bei YB oder Basel wäre das anders.»

Obwohl der 28-Jährige im besten Fussballeralter ist und gratis zu haben ist, haben weder YB noch der FCB, der schon in der Vergangenheit Interesse an Kasami signalisierte und Stocker abgeben könnte, reagiert – und auch kein anderer Club. Mit starken Leistungen in Sion und viel internationaler Erfahrung bringt Kasami aber auch ein für andere europäische Ligen interessantes Dossier mit. Denkbar, dass nach Palermo, Fulham, Olympiakos und Nottingham eher der Eintrag einer nächsten Auslandsdestination auf Kasamis Visitenkarte ansteht.

Kevin Bua (2 Mio. Euro)

Kevin Bua ist seit dem 1. Juli vertragslos. 

Kevin Bua ist seit dem 1. Juli vertragslos.

Foto: Keystone

Schon im April glaubten verschiedene Medien zu wissen, dass Kevin Bua bald als Neuzugang von Olympiakos Piräus vorgestellt werden soll oder bei Besiktas Istanbul, dem 1. FC Nürnberg oder YB. Zusätzlich befeuerte Angel Bua, der Vater des 27-jährigen Genfers, die Gerüchteküche mit unterschiedlichen Aussagen. Definitiv ist: Am 30. Juni ist Buas Vertrag beim FCB ausgelaufen, und elf Wochen später ist der wohl interessanteste Arbeitslose in dieser Auswahl noch vertragslos, obwohl er gratis zu haben ist.

Léo Lacroix (800 000 Euro)

Léo Lacroix absolvierte sein letztes Pflichtspiel vor über einem Jahr mit dem HSV. Bei seinem Stammclub St-Etienne kam der Innenverteidiger danach nie mehr zum Einsatz. 

Léo Lacroix absolvierte sein letztes Pflichtspiel vor über einem Jahr mit dem HSV. Bei seinem Stammclub St-Etienne kam der Innenverteidiger danach nie mehr zum Einsatz.

Foto: Keystone

Am 12. Mai 2019 hat der Innenverteidiger mit dem HSV, wohin er ein Jahr ausgeliehen war, sein letztes Pflichtspiel bestritten. Danach musste Léo Lacroix für das letzte Vertragsjahr zu St-Etienne zurückkehren – wurde aber sofort aufs Abstellgleis gestellt und bestritt kein einziges Spiel für die Franzosen. Dann kam die Corona-Pandemie, und die Meisterschaft in der Ligue 1 wurde abgebrochen.

Seither hält sich der Innenverteidiger mit einem Coach fit. Seit dem 1. Juli ist der 28-Jährige vertragslos. Für die Zukunft sagte er Ende Juli gegenüber SRF: «Das Wichtigste ist jetzt, wieder zu spielen.» Er sei offen für eine Aufgabe in der Super League, aber auch im Ausland. Es habe auch Gespräche gegeben – allerdings bisher ohne Happy End für den Innenverteidiger, der schon für Sion und den FCB spielte.

Sébastien Wüthrich (650 000 Euro)

Sébastien Wüthrich flog bei Servette nach der Vorrunde aus dem Kader, weil er mit den finanziellen Konditionen einer Vertragsverlängerung nicht einverstanden war. 

Sébastien Wüthrich flog bei Servette nach der Vorrunde aus dem Kader, weil er mit den finanziellen Konditionen einer Vertragsverlängerung nicht einverstanden war.

Foto: Keystone

Unter Jeff Saibene zog er im St. Galler Mittelfeld einst umsichtig die Fäden. Via Sion gelang ihm später sogar der Sprung ins Ausland. Doch der Durchbruch gelang ihm in Montpellier nicht. Danach hiessen die Stationen Aarau und Servette. Mit den «Grenats» feierte Wüthrich 2019 den Aufstieg. In der Super League wurde der 30-jährige Neuenburger zum herausragenden Spieler und zu einem Leistungsträger – bis er nach der Vorrunde aus dem Kader flog, weil es zu keiner finanziellen Einigung kam, als der Club Wüthrich eine Verlängerung seines am 30. Juni auslaufenden Arbeitspapiers anbot.

Seit dem 1. Juli steht Wüthrich, dem als begnadetem Linksfuss einst eine gute Karriere zugetraut wurde, ohne Club da, obwohl er für den einen oder anderen nationalen Profiverein durchaus eine Verstärkung sein könnte.

Nassim Ben Khalifa (600 000 Euro)

GC wollte, aber Nassim Ben Khalifa nicht. Der Stürmer hatte keine Lust mehr auf die Challenge League, will in einer höchsten Spielklasse eines Landes dem Ball nachjagen. 

GC wollte, aber Nassim Ben Khalifa nicht. Der Stürmer hatte keine Lust mehr auf die Challenge League, will in einer höchsten Spielklasse eines Landes dem Ball nachjagen.

Foto: Keystone

19 Tore erzielte Nassim Ben Khalifa in 36 Pflichtspielen (inkl. Cup) in der letzten Saison für GC. Klar, hätte der Challenge-League-Club den Stürmer gern behalten. Doch der 28-Jährige will zurück in die Super League oder in eine höchste Spielklasse im Ausland und verzichtete deshalb auf eine Verlängerung seines ausgelaufenen Vertrages. Hat der Wandervogel (neun verschiedene Clubs bisher) zu hoch gepokert? Bisher ist es am Transfermarkt noch ruhig um den weit gereisten Angreifer geblieben.

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17 Kommentare
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Pilatus Uri

15.09.2020, 15:00

wo habt ihr jetzt wieder den Bericht über Stockers Verlängerung bei Basel. Dem FCL Geschichte? Ihr habt ihn ja schon dort gesehen. HaHa

ehhm

15.09.2020, 13:27

Wer? muss man die kennen?

Gerüchteküche

15.09.2020, 13:25

Gut möglich das Kasami zum FCSG wechselt!