Viktor Giacobbo: «Nochmals sechs Jahre machen wir sicher nicht»
Aktualisiert

Viktor Giacobbo«Nochmals sechs Jahre machen wir sicher nicht»

Er ist der bekannteste Satiriker der Schweiz. In einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» spricht Viktor Giacobbo über Islam-Witze und seinen geplanten Abgang.

von
scy

«Im Moment ist es sehr ergiebig», sagt Viktor Giacobbo auf die Frage, ob es je bessere Zeiten für Satiriker gab. Gemeint sind aktuelle Themen wie etwa der IS-Terror. Darüber dürfe man sich sehr wohl lustig machen, findet der Winterthurer. «Wir sagen ja nicht: Haha, da ist jemand enthauptet worden. Wir machen uns lustig über eine grauenhafte terroristische Tendenz, die alle Probleme mit Enthauptungen und Tötungen lösen will.»

Über Twitter hat sich Giacobbo auch für den deutschen Comedian Dieter Nuhr stark gemacht, der wegen seiner Islam-Witze unter Beschuss geriet: «Es geht doch nur um die Meinungsfreiheit. Das gilt auch für Witze über den Islam, genauso wie sie für Witze über das Christentum gilt.»

«Journalisten sind die grössten Weicheier»

Der 62-Jährige ist ausserdem der Meinung, dass rechte Politiker mehr Humor zeigen als linke. «Wahrscheinlich, weil sie schon viel mehr einstecken mussten. Linke haben den Hang zur Weinerlichkeit, wenn sie zu Satirezielscheiben werden.» Es gebe aber auf beiden Seiten Ausnahmen.

Kritik ärgere ihn eigentlich nicht unbedingt, so Giacobbo im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» weiter. Er habe aber «Spass an der Auseinandersetzung, wenn Blödsinn geschrieben wird». Und weiter: «Journalisten sind es sich nicht gewohnt, dass man ihnen zurückgibt. [...] Sie teilen aus, sind aber beim Einstecken die grössten Weicheier.»

Seit 2008 ist «Giacobbo/Müller» bereits auf Sendung – einen Grund aufzuhören sieht der Schauspieler («Ernstfall in Havanna») nicht. Bis in alle Ewigkeit will er dieses Format allerdings kaum präsentieren: «Nochmals sechs Jahre machen wir das sicher nicht.» Irgendwann sei eine Sendung gelaufen. Giacobbo hofft, dass «Jüngere die gleichen Chancen und Freiheiten bekommen wie wir».

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