Aktualisiert 24.01.2008 08:39

Nokia lässt sich nicht erweichen

Die Geschäftsleitung von Nokia hat ihre Absicht bekräftigt, ungeachtet aller Proteste an der Schliessung des Standorts Bochum festzuhalten.

«Trotz verschiedener Bemühungen haben wir keine tragbare Lösung für das Werk Bochum gefunden», erklärte Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo am Donnerstag in der finnischen Tageszeitung «Helsingin Sanomat». «Es ist kaum vorstellbar, dass wir in den Gesprächen mit den Beschäftigten einen neuen Aspekt finden, der uns zu einer Änderung unserer Entscheidung bringen könnte.»

Die Situation des Standorts Bochum sei schon seit mehreren Jahren geprüft worden, zitierte die grösste finnische Tageszeitung den Nokia-Manager. Die Produktionskosten in Deutschland seien zu hoch geworden. «Diese Art von Lösung ist niemals billig, vor allem nicht in Deutschland», sagte Kallasvuo mit Blick auf den Beschluss zur Stilllegung des Standorts. Die Bochumer Fertigung soll nach den Plänen des Konzerns nach Rumänien oder Ungarn verlegt werden.

Kallasvuo sagte, er sei überrascht von den heftigen Reaktionen in Deutschland. «Wir haben unsere Botschaft von Anfang an nicht gut vermitteln können», meinte der Nokia-chef. «Weil die Reaktion derartig heftig war, hätten wir das besser machen können.» Am Dienstag haben in Bochum 15 000 Menschen gegen die Entscheidung von Nokia demonstriert, das Werk mit seinen 2300 Beschäftigten zu schliessen.

Kallasvuo sagte, er erwarte eine weitere Verschärfung des Wettbewerbsdrucks bei Mobiltelefonen. Deren Preis ist in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 35 Prozent gefallen. «Es sichert die Zukunft unserer Investitionen, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität von Nokia erhalten», meinte Kallasvuo. Das Unternehmen, das weltweit 130 000 Menschen beschäftigt, wollte am Donnerstag auch seine jüngsten Quartalszahlen bekanntgeben. (dapd)

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