Aktualisiert 14.06.2004 23:58

Nokia mit Handy-Offensive

Nokia, der weltgrösste Handyhersteller, kämpft mit deutlichen Marktanteilsverlusten. Nun will der finnische Konzern mit fünf neuen Handy-Modellen seinen ins Wackeln geratenen Platz als Marktführer wieder festigen.

Wie Nokia-Chef Jorma Ollila am Montag bei der Vorstellung neuer Produkte in Helsinki mitteilte, hält sein Unternehmen am Ziel fest, künftig weltweit vier von zehn Handys herzustellen und zu verkaufen. Zugleich musste er einräumen, dass der Marktanteil im ersten Quartal auf 32 Prozent gesunken ist. Noch vor Jahresfrist lag er bei 38 Prozent.

Die Nokia-Aktie sank nach der gleichzeitigen Modellpräsentation in Helsinki und Singapur um 2 Prozent auf 11,70 Euro. Als Grund dafür galt die Ankündigung, im gesamten Jahresverlauf weniger neue Modelle auf den Markt zu bringen als bisher angekündigt.

Lücken im Angebot

Das Unternehmen hatte zuletzt Lücken in seinem Modell-Angebot eingeräumt, was vor allem im unteren und mittleren Preissegment zu deutlichen Marktanteilsverlusten geführt hatte. Während Nokia im ersten Quartal Marktanteile verlor, bauten die Hauptkonkurrenten Motorola und Samsung ihre Stellung aus.

Nokia stellte am Montag drei ausklappbare Handys vor, die es bisher in der Produktpalette nicht gegeben hatte. Dies galt als ausschlaggebend für den jüngsten Erfolg von Konkurrenten wie Sony Ericsson, Samsung und auch Siemens, die Nokia in jeweils unterschiedlichen Marktsegmenten erfolgreich Kunden abjagten.

Als «Prunkstück» der neuen Mobiltelefone präsentierte das Unternehmen das Nokia 6330, ein UMTS-fähiges Triband-Handy mit eingebauter Kamera sowie einer Auflösung von 1,23 Millionen Pixel.

In Zukunft Asien

Für die Gesamtbranche korrigierte Nokia die Absatzerwartungen in diesem Jahr auf weltweit 600 Millionen Handys nach oben. Das wären 120 Millionen Einheiten mehr als 2003. Rund ein Drittel der neuen Handys 2004 werden dem finnischen Unternehmen zufolge mit Kameras ausgerüstet sein.

Mit der Produktion und dem Verkauf von Handys erwirtschaftete Nokia im ersten Vierteljahr 2004 rund vier Fünftel seines Umsatzes von 6,6 Mrd. Euro und das Gros der Gewinne. In den kommenden Jahren will sich Nokia vor allem auf den asiatischen Markt konzentrieren.

In den dort aufstrebenden Industrienationen sei bis zum Jahr 2007 mit rund 300 Millionen neuen Mobilfunknutzern zu rechnen, prognostizierte das Unternehmen. Die derzeitige Zahl der Handy- Nutzer wird auf weltweit 1,3 Milliarden Menschen geschätzt.

(sda)

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