Aktualisiert 04.04.2009 09:13

Nur ein Jahr Haft

Nonne überfahren - teilbedingt für Todesraser

Er fuhr bereits mehrfach ohne Fahrausweis betrunken Auto, dann tötete er eine Nonne auf dem Fussgängerstreifen - und flüchtete. Dafür muss ein 27-Jähriger nun ein Jahr ins Gefängnis. Der Rest der Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt.

Das Kreisgericht Uznach hat den unverbesserlichen Autosünder wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Es verhängte drei Jahre Freiheitsentzug, davon ein Jahr unbedingt. Der in der Schweiz geborene und hier aufwachsene Kroate hatte in Benken eine Nonne überfahren.

Das Gericht beurteilte das Verschulden des Mannes als besonders schwer. Er sei trotz Fahrverbot Auto gefahren und habe mit übersetztem Tempo den Tod der 73-jährigen Ordensfrau verursacht.

Schon zuvor habe sich der einschlägig Vorbestrafte um Fahrverbote foutiert. Er zeige Charakterschwäche sowie rücksichtloses und egoistisches Verhalten.

Spuren verwischt

Straferhöhend falle die besondere Dreistigkeit ins Gewicht, mit welcher er versucht habe, die Unfallspuren zu beseitigen. Der Mann war vom Unfallort geflüchtet und hatte die Frontscheibe ausgewechselt, statt sich um sein Opfer zu kümmern.

Negativ wirkten sich zudem mehrere Alkoholfahrten sowie die Vereitelung einer Blutprobe aus. Zugute hielt ihm das Gericht sein Geständnis und die teilweise gezeigte Reue.

Wird er schon bald wieder fahren?

Mit drei Jahren Freiheitsstrafe ging das Gericht an die oberste Grenze einer gerade noch teilbedingt auszusprechenden Strafe. Ein Jahr davon ist zu vollziehen, der Rest wird zur fünfjährigen Bewährung aufgeschoben. Die unbedingten 12 Monate kann der Verurteilte in Halbgefangenschaft absitzen, wie der «Blick» schreibt. Da er einen Job hat, kann er morgens raus und muss nach der Arbeit wieder ins Gefängnis zurückkehren.

Für die Probezeit wurde Bewährungshilfe angeordnet sowie die Fortsetzung seiner psychiatrischen Behandlung. Ferner muss der Verurteilte eine Busse von 3000 Franken zahlen und 13 300 Franken Verfahrenskosten.

Die Anklage hatte vier Jahre Gefängnis unbedingt gefordert sowie 500 Franken Busse. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre bedingt und 100 Franken Busse. Die Angehörigen des Opfers hatten auf Zivilforderungen verzichtet.

Während des Prozesses hatte der 27-Jährige geltend gemacht, dass er «autokrank» sei. Sonst sei er unbescholten und habe nur mit Autos und Alkohol Probleme, sagte sein Anwalt. Bleibt zu hoffen, dass der Todesraser diese Probleme während der Behandlung in den Griff bekommt.

(SDA/jcg)

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