Orden von Mutter Teresa: Nonnen wegen Verkauf von Babys festgenommen
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Orden von Mutter TeresaNonnen wegen Verkauf von Babys festgenommen

Ein Skandal um Menschenhandel erschüttert die Ordensgemeinschaft Missionarinnen der Nächstenliebe von Mutter Teresa. Die Polizei verhaftete in der indischen Stadt Ranchi zwei Frauen.

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bee
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Die indische Polizei hatte am Donnerstag in Ranchi zwei Verdächtige der Ordensgemeinschaft Missionarinnen der Nächstenliebe verhaftet.

Die indische Polizei hatte am Donnerstag in Ranchi zwei Verdächtige der Ordensgemeinschaft Missionarinnen der Nächstenliebe verhaftet.

AFP/-
Einer Nonne und einer Mitarbeiterin des Ordens wird vorgeworfen, Menschenhandel zu betreiben.

Einer Nonne und einer Mitarbeiterin des Ordens wird vorgeworfen, Menschenhandel zu betreiben.

AFP/-
An Indian nun with Mother Teresa's Missionaries of Charity hides her face as she sits outside a court under police protection before a hearing on child trafficking charges in Ranchi, in India's eastern Jharkhand state, on July 5, 2018.A nun and a staff member at Mother Teresa's Missionaries of Charity in eastern India were arrested July 5 for allegedly selling babies born to unwed mothers, police said. The pair were arrested from the grounds of the charity founded by the Nobel Laureate in Jharkhand on charges of child trafficking, police in the state capital Ranchi said. / AFP PHOTO / -

An Indian nun with Mother Teresa's Missionaries of Charity hides her face as she sits outside a court under police protection before a hearing on child trafficking charges in Ranchi, in India's eastern Jharkhand state, on July 5, 2018.A nun and a staff member at Mother Teresa's Missionaries of Charity in eastern India were arrested July 5 for allegedly selling babies born to unwed mothers, police said. The pair were arrested from the grounds of the charity founded by the Nobel Laureate in Jharkhand on charges of child trafficking, police in the state capital Ranchi said. / AFP PHOTO / -

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Ein Skandal um den Verkauf von Babys an adoptionswillige Paare erschüttert den von Mutter Teresa gegründeten Orden in Indien. Einer Nonne und einer weiteren Mitarbeiterin wird vorgeworfen, sie hätten Kinder für womöglich tausende Dollar verkauft.

«Wir sind vollkommen geschockt über das, was in unserem Heim in Ranchi passiert ist», erklärte die Ordensgemeinschaft Missionarinnen der Nächstenliebe am Freitag zu dem Vorwurf.

Die indische Polizei hatte die beiden Verdächtigen am Donnerstag in Ranchi, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Jharkand, festgenommen. Sie sollen mindesten fünf Kinder verkauft haben.

Baby für 1700 Dollar verkauf

«Das ist gegen unsere moralischen Überzeugungen», erklärte die Ordensgemeinschaft. Die Fälle würden genau geprüft, und der Orden werde Vorsichtsmassnahmen treffen, «damit so etwas nie wieder passiert».

Das örtliche Jugendamt hatte den Fall ins Rollen gebracht, als es die Polizei informierte, dass in einem Heim der Missionarinnen der Nächstenliebe für unverheiratete Schwangere und Mütter ein Neugeborenes vermisst werde.

Zunächst beschuldigte das Personal die Mutter des Kindes. Die Polizei fand nach eigenen Angaben aber Beweise, dass die beiden Mitarbeiterinnen das Baby für knapp 1700 Dollar an ein Paar im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh verkauft hatten.

Ermittlungen ausgeweitet^

Den beiden Frauen wird Menschenhandel zur Last gelegt, der in Indien mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft wird. Da die Ermittlungen mittlerweile ausgeweitet wurden, könnten aber weitere Vorwürfe hinzukommen. Auch im Spital in dem die verkauften Kinder zur Welt gekommen waren, werde ermittelt, teilte die Polizei mit.

Mutter Teresa hatte die Missionarinnen der Nächstenliebe 1950 gegründet. Durch ihren aufopferungsvollen Einsatz für Arme und Kranke wurde sie weltbekannt, 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis. 2016 wurde sie 19 Jahre nach ihrem Tod von Papst Franziskus heilig gesprochen.

Die in Skopje, der heutigen Hauptstadt von Mazedonien, geborene Ordensfrau ist wegen ihrer strikten Ablehnung von Abtreibungen und Geburtenkontrolle allerdings umstritten. Ihre Ordensgemeinschaft betreibt mittlerweile dutzende Heime und Pflegeeinrichtungen in Indien und anderen Ländern. (bee/sda)

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