Säbelrasseln: Nordkorea droht und feuert Rakete ab

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SäbelrasselnNordkorea droht und feuert Rakete ab

Nordkorea fühlt sich provoziert – vom UNO-Sicherheitsrat: Das stalinistische Land droht deshalb mit «Massnahmen zur Selbstverteidigung». Um die Drohung zu untermauern, wurde erneut eine Kurzstreckenrakete abgefeuert.

Der UNO-Sicherheitsrat soll sich für seine Kritik am einem nordkoreanischen Raketenstart vom 5. April entschuldigen, sonst werde das Land keine Resolutionen des Rates anerkennen, erklärte das nordkoreanische Aussenministerium heute. Gleichzeitig drohte das Land mit «weiteren Massnahmen zur Selbstverteidigung» gedroht, sollte es vom UNO-Sicherheitsrat provoziert werden. In diesem Zusammenhang ist auch der heutige Test einer Kurzstreckenrakete zu sehen, über den südkoreanischer Medien berichten.

Chinesische Fischer nehmen Reissaus

Derweil haben dutzende chinesische Fischer die Gewässer vor der Westküste der koreanischen Halbinsel verlassen - aus Furcht vor militärischen Auseinandersetzungen. Nicht klar war, ob sie von Nordkorea dazu aufgefordert wurden, oder ob die Krabbenfischer aus eigener Entscheidung das Gelbe Meer verliessen. In diesen Gewässern kam es 1999 und 2002, als es ebenfalls grosse Spannungen zwischen beiden Ländern gab, zu Gefechten auf See.

Nach dem Atombomben- und den Raketentests in Nordkorea zu Beginn der Woche ist die Lage auch jetzt wieder sehr angespannt. Nordkorea erklärte den Waffenstillstand von 1953 für ungültig. Südkorea und die USA versetzten am Donnerstag ihre Truppen in hohe Alarmbereitschaft. Die Alarmstufe sei von drei auf zwei angehoben worden, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul, Won Tae Jae. Dies geschah zuletzt nach dem ersten nordkoreanischen Atomwaffentest 2006.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete am Freitag, rund ein Dutzend Schiffe hätten den Hafen Yeonpyeong verlassen, der der Grenze am nächsten liegt. Von den 280 chinesischen Schiffen zu Beginn der Woche seien jetzt noch rund 140 in der Region.

USA sehen keinen Grund für Truppenverstärkungen

Die angespannte Lage ist nach den Worten von US-Verteidigungsminister Robert Gates zwar ein Grund zur Sorge, weitere US-Truppen in der Region seien aber nicht erforderlich. Es habe keine Bewegungen aufseiten der nordkoreanischen Truppen gegeben, die eine Verstärkung der rund 28 000 US-Soldaten in Südkorea erforderten, sagte Gates am Freitag auf dem Flug nach Singapur zu Treffen mit Verteidigungsministern aus Asien. Militärische Aktionen werde es nur mit breiter internationaler Zustimmung geben, betonte er.

«Ich glaube nicht, dass jeder in der Regierung denkt, dass das eine Krise ist», sagte Gates. Es gebe sehr provokative und aggressive Handlungen, die von einer aggressiven Rhetorik begleitet würden. Damit werde vor allem wieder deutlich, welche Herausforderung Nordkorea in der Region und für die internationale Gemeinschaft darstelle. (dapd)

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