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ProvokationNordkorea feuert ein Geschoss ins Meer ab

Trotz UNO-Sanktionen provoziert Pyongyang mit einem weiteren Raketentest und schiesst ein «unbekanntes Projektil» ins Meer.

«Recht auf Verteidigung»: Nordkorea führt offenbar weiteren Raketentest durch. (Archivbild)

«Recht auf Verteidigung»: Nordkorea führt offenbar weiteren Raketentest durch. (Archivbild)

AFP/KCNA

Nordkorea hat am Dienstag offenbar einen weiteren Raketentest vorgenommen. Die Armee habe ein «unbekanntes Projektil» ins Meer vor der nordkoreanischen Ostküste abgefeuert, teilte das südkoreanische Militär mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe sich anscheinend um eine «ballistische Rakete» gehandelt.

Bei der UNO-Generaldebatte beharrte der nordkoreanische Gesandte auf das Recht seines Landes, Waffentests vorzunehmen. «Niemand kann uns das Recht auf legitime Verteidigung verweigern», sagte der UNO-Botschafter Kim Song in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung. Nordkorea baue seine Verteidigungsfähigkeiten aus, «um die Sicherheit und den Frieden des Landes zuverlässig zu gewährleisten».

Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UNO-Sanktionen. Pyongyang hatte in diesem Monat bereits zwei Raketentests vorgenommen und dabei einen neuen Marschflugkörper mit grosser Reichweite sowie ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert.

Kims Schwester spricht von Gipfeltreffen

Der jüngste Test erfolgte wenige Tage nachdem die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un ein interkoreanisches Gipfeltreffen für möglich erklärt hatte. Voraussetzung dafür seien «Respekt» und «Unvoreingenommenheit», betonte Kim Yo-jong am Samstag. Sie brachte auch Gespräche über eine Beendigung des Kriegszustands ins Spiel. Am Freitag hatte sie die Regierung in Seoul aufgefordert, ihre «feindliche Politik» gegenüber Nordkorea einzustellen.

Nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 war lediglich ein Waffenstillstand geschlossen worden, so dass sich die beiden Staaten offiziell noch immer im Kriegszustand befinden. Südkoreas Präsident Moon Jae-in hatte in den vergangenen Tagen seine Forderung bekräftigt, den Kriegszustand aufzuheben.

Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong-uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte.

(AFP/chk)

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