Aktualisiert 20.10.2006 06:18

Nordkorea-Frage: USA mahnen China

Bei ihrem Besuch in Peking hat US- Aussenministerin Condoleezza Rice die Chinesen zur vollständigen Umsetzung der UNO-Resolution zum nordkoreanischen Atomprogramm aufgerufen.

Sie habe mit ihrem chinesischen Kollegen Li Zhaoxing darüber gesprochen, wie wichtig es sei, die Resolution 1718 komplett umzusetzen, damit Nordkorea kein Material für sein Atomwaffenprogramm geliefert bekomme, sagte Rice heute Morgen in Peking.

Der chinesische Aussenminister rief alle Seiten zur Mässigung auf. Peking hoffe, dass alle massgeblichen Parteien einen kühlen Kopf bewahrten und sich an den Dialog hielten, entsprechend der chinesischen Linie, sagte Li. Zugleich versicherte er, sein Land werde seine internationalen Verpflichtungen einhalten.

Beide Länder forderten Nordkorea zur Rückkehr zu den festgefahrenen Sechs-Länder-Gesprächen über sein umstrittenes Atomprogramm auf. Nordkorea sollte «ohne Bedingungen» zu den Gesprächen zurückkehren, sagte Rice.

Sein Land werde seine diplomatischen Bemühungen fortsetzen, den «Stillstand so bald wie möglich zu durchbrechen» und die Sechser-Gespräche wieder aufzunehmen», ergänzte Li.

Enger Verbündeter

China ist die dritte und vermutlich schwierigste Station auf der Asien-Reise der US-Aussenministerin. Die Regierung in Peking befürchtet im Falle einer rigiden Embargo-Umsetzung gegen Nordkorea die Eskalation des Atomkonflikts.

China ist der engste Verbündete Nordkoreas und gilt als das Land mit dem grössten Einfluss auf die kommunistische Regierung in Pjöngjang. Nordkorea hatte anfangs vergangene Woche einen Atomtest durchgeführt.

Rice wollte am Freitag noch mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao zusammentreffen. Ihre nächste Station ist Russland. Zuvor war sie in Japan und Südkorea. (sda)

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