Von Kim persönlich überwacht: Nordkorea hat bei Tests «neue Waffen» erprobt
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Von Kim persönlich überwachtNordkorea hat bei Tests «neue Waffen» erprobt

Bei den jüngsten nordkoreanischen Raketentests soll nach offiziellen Angaben des Landes ein neues Waffensystem erprobt worden sein.

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Einer von mehreren Tests in den vergangenen Wochen: Nordkorea hat erneut «nicht identifizierte Projektile» abgefeuert.

Einer von mehreren Tests in den vergangenen Wochen: Nordkorea hat erneut «nicht identifizierte Projektile» abgefeuert.

epa/Kcna
Auch am 1. August schoss Nordkorea Raketen in den Himmel: Kim Jong-un verfolgt den Verlauf. (1. August 2019)

Auch am 1. August schoss Nordkorea Raketen in den Himmel: Kim Jong-un verfolgt den Verlauf. (1. August 2019)

AP/ahn Young-joon
Es war nicht Nordkoreas erster Test in den vergangenen Tagen.

Es war nicht Nordkoreas erster Test in den vergangenen Tagen.

AP/ahn Young-joon

Bei den Raketentests vom Samstagmorgen habe sich um den «Test-Abschuss einer neuen Waffe» gehandelt. Dies meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Nähere Angaben zu den getesteten Raketen machte sie allerdings nicht. Das Aussenministerium in Pyongyang teilte indes mit, es sei ein «Test für die Entwicklung konventioneller Waffen gewesen».

Die Tests wurden laut KCNA von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un persönlich überwacht. Kim habe den Observationsposten bestiegen und «den Testabschuss geleitet», meldete die Agentur. Er habe dann «grosse Zufriedenheit» über die Testergebnisse zum Ausdruck gebracht.

Nach Angaben südkoreanischer Regierungsvertreter feuerte Nordkorea bei den Tests nahe der Stadt Hamhung an der Ostküste zwei - mutmassliche ballistische – Kurzstreckenraketen ab. Die Fluggeschosse flogen demnach rund 400 Kilometer weit und stürzten ins Meer.

Manöver scharf verurteilt

«Wir sehen die Möglichkeit weiterer Raketentests, da Nordkorea derzeit seine Militärübungen im Sommer durchführt und auch die kombinierten Militärübungen Südkoreas mit den USA anlaufen», zitiert die Nachrichtenagentur Yonhap aus der Stellungnahme der südkoreanischen Truppenführung. Auch das Präsidentenbüro in Seoul bestätigte den Raketenabschuss.

Es war bereits der fünfte nordkoreanische Raketentest in zwei Wochen. Zuletzt hatte Pyongyang am Dienstag zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert - nur einen Tag nach Beginn von Militärübungen zwischen den USA und Südkorea.

Die Führung in Pyongyang hatte das Manöver scharf verurteilt und seine Waffentests als Warnung an Südkorea und die USA bezeichnet. Die jährlichen Militärmanöver der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmässig für wütende Reaktionen. Uno-Resolutionen verbieten Nordkorea eigentlich jeglichen Test ballistischer Raketen. US-Präsident Donald Trump hatet aber mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für neue Atomverhandlungen mit Pyongyang betrachte.

Gelassener Präsident

Am Freitag äusserte Trump zudem Verständnis für Kims Kritik an den Militärmanövern. Kim habe ihm einen «sehr schönen» und «sehr positiven» Brief geschrieben, sagte der US-Präsident. Kim habe geschrieben, dass er nicht erfreut über die Militärübungen sei. «Ich habe sie auch noch nie gemocht», sagte Trump daraufhin. «Ich war nie ein Fan. Und wissen Sie warum? Mir gefällt es nicht, dafür zu bezahlen. Wir sollten das Geld zurückerstattet bekommen -und das habe ich Südkorea gesagt.»

Trump betonte erneut, er sehe die Tests nordkoreanischer Kurzstreckenraketen nicht als Problem an. Nordkorea habe keine Atomwaffen und keine Langstreckenraketen getestet. Der US-Präsident erklärte sich ausserdem zu einem vierten Treffen mit Kim bereit, ohne jedoch einen möglichen Termin oder weitere Details zu nennen.

Einen deutlich kritischeren Ton schlug Trump gegenüber den US-Verbündeten in der Region an. «Südkorea und Japan streiten die ganze Zeit», sagte Trump weiter. «Sie müssen aber miteinander klarkommen», führte der US-Präsident zudem aus. Japan und Südkorea liefern sich derzeit einen erbitterten Handelsstreit. (sda)

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