Aktualisiert 09.05.2018 13:45

TauwetterNordkorea lässt drei US-Gefangene frei

Ein neues Zeichen der Entspannung: US-Aussenminister Mike Pompeo soll sich auf dem Rückflug aus Nordkorea befinden. Mit an Bord: drei freigelassene US-Bürger.

von
woz
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Kurz vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Kim Jong-un hat Nordkorea am 9. Mai 2018 drei US-Bürger nach mehrjähriger Gefangenschaft freigelassen. Die drei Männer heissen Kim Dong-chul, Kim Sang-duk und Kim Hak-song (von links nach rechts).

Kurz vor dem geplanten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Kim Jong-un hat Nordkorea am 9. Mai 2018 drei US-Bürger nach mehrjähriger Gefangenschaft freigelassen. Die drei Männer heissen Kim Dong-chul, Kim Sang-duk und Kim Hak-song (von links nach rechts).

AP/ahn Young-joon
US-Präsident Trump twitterte, Aussenminister Mike Pompeo sei auf dem Rückflug von seinen Gesprächen in Nordkorea und habe die drei Landsmänner mit an Bord. Sie schienen bei guter Gesundheit zu sein.

US-Präsident Trump twitterte, Aussenminister Mike Pompeo sei auf dem Rückflug von seinen Gesprächen in Nordkorea und habe die drei Landsmänner mit an Bord. Sie schienen bei guter Gesundheit zu sein.

Getty Images/Chung Sung-jun
Kim Dong-chul, ein in Südkorea geborener US-Geistlicher, war 2015 in Nordkorea unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet worden. Er wurde zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt.

Kim Dong-chul, ein in Südkorea geborener US-Geistlicher, war 2015 in Nordkorea unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet worden. Er wurde zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt.

AFP/Kcna via kns

Geste des guten Willens aus Nordkorea: Kurz vor dem geplanten Spitzentreffen von Donald Trump und Kim Jong-un hat Nordkorea drei inhaftierte US-Bürger ausreisen lassen. Die drei Männer seien US-Aussenminister Mike Pompeo am Mittwoch in Pyongyang übergeben worden und befänden sich mit ihm auf der Rückreise nach Washington, teilte Trump auf Twitter mit. Pompeo war nach Nordkorea gereist, um das Treffen der Staatschefs vorzubereiten.

Trump kündigte an, die drei Freigelassenen in der Nacht zum Donnerstag persönlich auf dem Flughafen in Empfang zu nehmen. Die drei Männer «scheinen bei guter Gesundheit zu sein», schrieb er.

Wer sind die drei Freigelassenen?

Er berichtete zugleich von einem «guten Treffen» zwischen Pompeo und Kim. Der Ort und Termin des Gipfels seien dabei festgelegt worden. Nähere Angaben dazu machte er aber nicht. Südkoreanische Medien hatten am Montag berichtet, der Gipfel solle voraussichtlich Mitte Juni in Singapur stattfinden. Dabei wird es um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gehen.

Die Inhaftierung der drei US-Bürger in Nordkorea war ein grosses Hindernis auf dem Weg zur Entspannung zwischen den beiden Staaten. Trump hatte der Führung in Pyongyang wiederholt vorgeworfen, seine Landsleute als «Geiseln» festzuhalten.

Die drei Männer heissen Kim Hak-song, Kim Sang-duk und Kim Dong-chul. Kim Dong Chul, ein in Südkorea geborener US-Geistlicher, war 2015 in Nordkorea unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet worden. Er wurde zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt.

Kim Hak Song und Kim Sang Duk arbeiteten beide an der von evangelikalen Christen gegründeten Pyongyang-Universität für Wissenschaft und Technologie. Ihnen wurden «feindliche Akte» zur Last gelegt.

Zweiter Besuch innerhalb weniger Wochen

Ein weiterer Fall hatte vergangenes Jahr mit dem Tod eines US-Bürgers geendet. Der Student Otto Warmbier war während einer Nordkorea-Reise Anfang 2016 wegen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel unter ungeklärten Umständen ins Koma und wurde schliesslich freigelassen. Im Juni starb er wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA. Trump hatte Nordkorea in diesem Fall «Folter» vorgeworfen.

Pompeo war am Mittwoch zu einem vorab nicht angekündigten Besuch in Pyongyang eingetroffen. Es war bereits Pompeos zweiter Besuch in Pyongyang innerhalb weniger Wochen, allerdings sein erster als Aussenminister. Seine erste Visite hatte er noch als Chef des Geheimdiensts CIA unternommen.

In seinen Gesprächen mit nordkoreanischen Regierungsvertretern in Pyongyang warb Pompeo nach eigenen Angaben für eine Zusammenarbeit, «um Bedrohungen für die Welt abzubauen» und den Nordkoreanern «all die Chancen zu geben, die sie so sehr verdienen».

Asien und die USA schauen nach Nordkorea

Pompeos Besuch in Nordkorea erfolgt inmitten einer Reihe von Treffen ranghoher Politiker in der Region: Am Dienstag reiste Kim zu einem Besuch zu Chinas Staatschef Xi Jinping, am Mittwoch kamen in Tokio zudem Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, Chinas Regierungschef Li Keqiang und Südkoreas Präsident Moon Jae-in zu einem Dreiergipfel zusammen, bei dem es um einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel ging. (woz/afp)

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