Illegal eingedrungen: Nordkorea schnappt sich zwei US-Reporterinnen
Aktualisiert

Illegal eingedrungenNordkorea schnappt sich zwei US-Reporterinnen

Nordkorea hat zwei amerikanische TV-Journalistinnen festgenommen, weil sie angeblich illegal ins Reich Kim Jong-Ils eingedrungen sind.

Die beiden Frauen seien am 17. März an der Grenze zu China in Gewahrsam genommen worden, bestätigte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Samstag die Festnahme der beiden Frauen.

Sie seien «illegal» nach Nordkorea eingedrungen. Eine «kompetente Behörde» befasse sich nun mit dem Fall. Zuvor hatten bereits Diplomaten berichtet, dass Nordkorea die beiden Frauen und ihren koreanischstämmigen chinesischen Führer festhalte.

Demnach hatten sie am Dienstag von China aus den Fluss Tumen überquert, um am nördlichen Ufer des zwischen den beiden Staaten verlaufenden Grenzflusses ein Video aufzunehmen. Nach Angaben eines Menschenrechtsaktivisten arbeiten die beiden Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee - die eine chinesisch-, die andere koreanischstämmig - für den in Kalifornien ansässigen Fernsehsender Current TV. Hinter Current TV steht unter anderem der ehemalige amerikanische Vize-Präsident Al Gore. Ling berichtete zudem auch über Twitter von ihrer Reise in das Grenzgebiet zwischen Nordkorea und China. «Habe den Tag damit verbracht, junge Nordkoreaner zu interviewen, die geflohen sind», schrieb sie in ihrem Twitter-Account. «Zu viele traurige Geschichten.» Im letzten Eintrag vom Montag hiess es: «Habe Heimweh.»

Das US-Aussenministerium erklärte, Washington stehe wegen des Falls in Kontakt mit Nordkorea. US-Aussenministerin Hillary Clinton sei mit der Angelegenheit befasst, sagte ihr Sprecher Robert Wood am Freitag.

Nordkorea will Flugrouten vorübergehend schliessen

Mit Verweis auf einen geplanten Satellitenstart hat Nordkorea für Anfang April die Schliessung zweier Flugrouten beantragt. Die Regierung in Pjöngjang habe der Internationalen Luftfahrtbehörde die Schliessung bekannt gegeben, teilten Japan und Südkorea am Samstag mit.

Nordkorea hat den Abschuss eines Satelliten in der Zeit zwischen dem 4. und 8. April angekündigt. In Nachbarländern wird allerdings vermutet, dass damit ein Test für eine neue Langstreckenrakete getarnt werden könnte. Eine UN-Sicherheitsresolution von 2006 verbietet Pjöngjang ballistische Raketentests. Die USA, Südkorea und Japan haben für den Fall des Raketenstarts mit Konsequenzen gedroht.

Das stalinistisch regierte Nordkorea ist international isoliert. Journalisten, die in das Land reisen wollen, brauchen spezielle Visa und werden von offiziellen Führern begleitet.

Quelle: SDA/AP

Wieder Telefonverbindung zum Süden

Nach dem Ende der gemeinsamen Militärmanöver von USA und Südkorea hat Nordkorea die militärischen Telefonverbindungen in den Süden wieder hergestellt. Das teilte das südkoreanische Vereinigungsministerium am Samstag mit.

Die Nordkoreaner liessen demnach auch wieder hunderte Südkoreaner ins Industriegebiet Kaeson, das jenseits der Grenze liegt. Die nordkoreanische Führung hatte die Verbindungen unterbrochen, als die Militärmanöver am 9. März begannen. Sie bezeichnete diese als «Probe für die Invasion» Nordkoreas. (sda)

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