Aktualisiert 20.10.2006 14:58

Nordkorea sperrt Behinderte in KZs

In Nordkorea werden laut einem UNO- Bericht behinderte Menschen in Lagern weggesperrt, in denen sie ein Leben unter «unmenschlichen Bedingungen» fristen. Der Bericht stützt sich auf Aussagen von Überläufern aus der Volksrepublik.

Diese hatten übereinstimmend berichtet, dass die Betroffenen entsprechend ihrer Behinderung in speziellen Lagern untergebracht würden, hiess es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des thailändischen Spezialisten für Menschenrechte, Viti Muntarbhorn.

So dürften beispielsweise kleinwüchsige Menschen keine Kinder zeugen und würden zu einem gemeinsamen Leben mit weiteren Betroffenen gezwungen, zitierte der Bericht aus einer südkoreanischen Menschenrechtsstudie.

Geistig Behinderte ereile ein besonders schweres Schicksal, sie würden in Anstalten mit der Bezeichnung «Station 49» untergebracht, in der besonders schlechte Bedingungen herrschten.

Muntarbhorn verfasste den Bericht im Auftrag der UNO- Vollversammlung, die auf Basis der Erkenntnisse möglicherweise eine Resolution verabschieden wird. Da ihm die nordkoreanische Regierung nicht gestattete, das Land zu besuchen, war Muntarbhorn auf Informationen von aussen angewiesen.

Der Bericht behandelt auch weitere Menschenrechtsverletzungen. So würden Frauen manchmal nur deshalb in Gewahrsam genommen, weil ihre Verwandte als regierungskritisch gelten. Frauen, die von Männern anderer ethnischer Gruppen wie etwa Chinesen schwanger seien, müssten mit Gewalt und Anfeindungen rechnen.

Generell gebe es in dem Land «eine grosse Anzahl verschiedener Internierungslager und Gefängnisse mit erschreckenden Lebensbedingungen, in denen Häftlinge gefoltert und unmenschlich behandelt würden», sagte Muntarbhorn.

(sda)

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