Aktualisiert 23.01.2015 12:53

«The Interview»

Nordkorea verwechselt Film und droht Deutschland

Nordkoreas Regime warnt die Berlinale vor der Aufführung von «The Interview». Dabei handelt es sich aber möglicherweise um eine Verwechslung.

«The Interview» kommt am 5. Februar in die deutschen (und auch Deutschschweizer) Kinos; am selben Tag startet die Berlinale.

«The Interview» kommt am 5. Februar in die deutschen (und auch Deutschschweizer) Kinos; am selben Tag startet die Berlinale.

Die Kinosatire «The Interview» über einen fiktiven Anschlag auf Nordkoreas Machthaber sorgte für politische Spannungen zwischen den USA und Nordkorea. Jetzt warnt das Regime auch die Berlinale vor der Aufführung des Films, obwohl dieser dort gar nicht gezeigt wird.

Möglicherweise handelt es sich um eine Verwechslung: «The Interview» kommt am 5. Februar in die deutschen (und auch Deutschschweizer) Kinos; am selben Tag startet die Berlinale. Wer im Internet ausserdem «The Interview» und «Berlinale» sucht, findet tatsächlich einen Eintrag. Allerdings handelt es sich dabei um einen gleichnamigen Kurzfilm von Ernest Pintoff, der bereits vor Jahren beim Festival gezeigt wurde.

Nordkorea droht Deutschland

In den aktuellen Äusserungen aus Nordkorea wurde Deutschland unterstellt, sich den «feindseligen Aktionen der USA gegen Nordkorea» anzuschliessen. Diejenigen, die dabei mitmachten, die «Souveränität und Würde der Volksrepublik (Nordkorea) zu verletzen, werden einer gnadenlosen Bestrafung nicht entgehen», hiess es am Freitag auf der Website der staatlich kontrollierten nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.

Den USA warf ein Sprecher des Ministeriums vor, den Film in einem «seiner Vasallenstaaten unter dem Vorwand zu zeigen, an einem internationalen Filmfestival teilzunehmen». Mit Meinungsfreiheit habe das nichts zu tun.

Mit Drohungen hatte das weithin isolierte Regime in Pjöngjang bereits auf den Kinostart von «The Interview» im Dezember in den USA reagiert. Die USA werfen Nordkorea vor, hinter einer enormen Cyber-Attacke auf das Hollywood-Studio Sony Pictures zu stehen, das den Film produziert hatte. Die US-Regierung hatte deshalb die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft. Der Film war dann aber noch vor Weihnachten in US-Kinos angelaufen. (sda)

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