Spannungen auf Halbinsel: Nordkorea warnt vor Atomkrieg

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Spannungen auf HalbinselNordkorea warnt vor Atomkrieg

Die Militärmanöver der USA und Südkorea sind für Pyongyang eine Provokation. Die Reaktion des Regimes aus dem Norden fällt heftig aus.

von
fal
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Entschlossener Führer: Nordkorea-Diktator Kim Jong-un salutiert an der Parade zu Ehren von seinem Grossvater Kim Il Sung auf dem Platz in Pyöngyang. (15. April 2017)

Entschlossener Führer: Nordkorea-Diktator Kim Jong-un salutiert an der Parade zu Ehren von seinem Grossvater Kim Il Sung auf dem Platz in Pyöngyang. (15. April 2017)

Keystone/KRT via AP
Nordkorea droht mit einem Atomkrieg, weil die USA und Südkorea Mannöver ausführen. (15. April 2017)

Nordkorea droht mit einem Atomkrieg, weil die USA und Südkorea Mannöver ausführen. (15. April 2017)

Keystone
Die grosse Militärparade fand anlässlich des 105. Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung statt.

Die grosse Militärparade fand anlässlich des 105. Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung statt.

Keystone/KRT via AP

Nordkorea hat vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. Die USA verwandelten die Koreanische Halbinsel in den grössten Gefahrenherd der Welt, sagte der stellvertretende nordkoreanische UN-Botschafter Kim In Ryong am Montag. In dieser Situation könne jederzeit ein thermonukleaer Krieg ausbrechen.

Kim nannte die derzeitigen Militärmanöver der USA und Südkoreas die grösste aggressive Kriegsübung aller Zeiten. Nordkorea verstärke seine Atomstreitmacht, um sich gegen die «boshaften nuklearen Drohungen und Erpressungen» der USA verteidigen zu können. Sein Land sei bereit, auf jede Art von Krieg zu reagieren.

Die Drohungen von Pence

US-Vizepräsident Mike Pence hatte zuvor während seines Besuchs in Südkorea gesagt, dass «alle Optionen auf dem Tisch» lägen. Nordkorea solle die «Entschlossenheit» von Präsident Trump und die Stärke des US-Militärs besser «nicht auf die Probe stellen». US-Präsident Donald Trump sagte am Montag beim traditionellen Osterei-Rollen auf dem Rasen des Weissen Hauses auf die Frage eines Fernsehjournalisten, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un müsse sich «benehmen».

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen eine Rakete abgeschossen. Nach Angaben der USA und Südkoreas explodierte die Rakete unmittelbar nach dem Start an der Ostküste Nordkoreas, der Raketentest galt damit als gescheitert.

Später wiederholte Pence in einer gemeinsamen Erklärung mit dem geschäftsführenden südkoreanischen Präsidenten Hwang Kyo Ahn, dass «alle Optionen auf dem Tisch liegen», um mit der von Nordkorea ausgehenden Bedrohung umzugehen. Jeder nordkoreanische Gebrauch von Atomwaffen würde «eine überwältigende und effektive Reaktion» auslösen. Das amerikanische Bekenntnis zu Südkorea sei «eisern und unumstösslich».

Forderungen aus China und Japan

China forderte währenddessen eine Rückkehr zu Verhandlungen. Aussenamtssprecher Lu Kang sagte, die Spannungen müssten gelindert werden, damit der sich zuspitzende Streit zu einer friedlichen Lösung gebracht werden könne. China wolle die Mehrparteienverhandlungen wiederaufnehmen, die 2009 im Sande verlaufen waren.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe verlangte neben Dialog auch Druck. Natürlich seien diplomatische Bemühungen wichtig, um den Frieden zu wahren, sagte Abe in einer Parlamentssitzung in Tokio. «Doch Dialog um des Dialogs willen ist bedeutungslos», fügte er hinzu. Deshalb sei es nötig, Druck auf Nordkorea auszuüben, «damit sie ernsthaft auf einen Dialog reagieren». Abe rief China und Russland auf, bei dem Thema eine konstruktivere Rolle einzunehmen. (fal/dapd/afp)

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