«Kriminelle Handlungen»: Nordkorea weist Missionar aus
Aktualisiert

«Kriminelle Handlungen»Nordkorea weist Missionar aus

Vor zwei Wochen haben die nordkoreanischen Behörden John Short festgenommen. Grund: Der Australier soll biblische Abhandlungen verteilt haben. Jetzt wurde der Missionar abgeschoben.

Die nordkoreanische Regierung hat den australischen Missionar John Short nach gut zwei Wochen Haft abgeschoben. Nordkorea wirft dem 75-Jährigen vor, in Pjöngjang heimlich biblische Abhandlungen in einem U-Bahn-Zug und bei einem buddhistischen Tempel verteilt zu haben.

Short habe seine «kriminellen Handlungen» gestanden, sich entschuldigt und um Verzeihung gebeten, berichteten die Staatsmedien am Montag. Die Behörden hätten ihn nach seiner Einreise als Tourist am 18. Februar festgenommen.

«Schwere Beleidigung»

Am Montag traf der 75 Jahre alte Short mit einem Flugzeug in Peking ein und wurde dort in die australische Botschaft gebracht. Er sei zu müde, um sich zu äussern, erklärte er den Journalisten. Short war am 16. Februar festgenommen worden, weil er Bibeltraktate in der Nähe eines buddhistischen Tempels verteilt hatte.

«Ich habe nun die Schwere meiner Beleidigung gegen das koreanische Volk eingesehen», wird Short von KCNA zitiert. Nach dieser Aussage habe sich das Land in Anbetracht des Alters Shorts und der Toleranz seiner Gesetze entschieden, ihn abzuschieben.

Zwangsarbeit oder Todesstrafe

Nordkoreanischen Staatsbürgern droht für die Verbreitung des Christentums Zwangsarbeit oder im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe. Ausländische Staatsbürger werden in der Regel abgeschoben, nachdem sie sich schuldig bekannt und um Verzeihung gebeten haben. In der Regel kommen solche Bekenntnisse aber unfreiwillig und unter Zwang zustande, wie die Betroffenen später erklären.

Noch in der Hand der nordkoreanischen Behörden befindet sich der südkoreanisch-amerikanische Missionar Kenneth Bae. Er wurde im November 2012 verhaftet und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Er hat sich mittlerweile ebenfalls für seine «staatsfeindlichen Aktionen» entschuldigt. (sda)

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