Aktualisiert 01.01.2010 13:51

Versöhnliches aus PjöngjangNordkorea will «dauerhaftes Friedenssystem»

Nordkorea hat in einer Neujahrsbotschaft zur Beilegung der Feindseligkeiten mit den USA aufgerufen. Nur so könne Frieden auf der koreanischen Halbinsel sichergestellt werden.

«Die grundlegende Aufgabe, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und im Rest Asiens sicherzustellen, ist es, die feindseligen Beziehungen zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea und den USA zu beenden», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA aus einem gemeinsamen Leitartikel dreier Zeitungen zur Aussenpolitik des kommunistischen Landes.

Nordkorea stehe für die Schaffung eines dauerhaften Friedens auf der Halbinsel und dafür, die Region durch Dialog und Verhandlungen von Atomwaffen zu befreien, hiess es darin weiter.

Experten sehen Annäherung

Die jährliche Neujahrsbotschaft gilt in Nordkorea als Pflichtprogramm, jeder soll sie lesen und als ideologische Richtlinie für das neue Jahr auswendig lernen. Nach Ansicht von Experten bewegt sich die kommunistische Führung in Pjöngjang mit der Erklärung auf den Westen zu.

Das Wiedervereinigungsministerium in Südkorea wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr der Norden zwar auch Frieden und Atomwaffenfreiheit gefordert habe, von Dialog sei in der Neujahrsbotschaft 2009 aber keine Rede gewesen.

Auch der südkoreanische Professor Yang Moo-Jin von der Universität für Nordkorea-Studien hob hervor, dass Pjöngjang offenbar aktiv den Dialog suchen wolle.

Die US-Regierung reagierte in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend auf die Botschaft aus Nordkorea. Pjöngjang müsse seinen guten Willen durch Taten beweisen, sagte ein Vertreter des Aussenministeriums in Washington. «Taten sprechen lauter als Worte.» Unter anderem müsse Nordkorea wieder über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln.

Umstrittenes Atomprogramm

Nordkorea steht wegen seines Atomprogramms international in der Kritik. Derzeit versuchen die USA, Pjöngjang zur Wiederaufnahme der so genannten Sechser-Gespräche zu bewegen, aus denen das Land im April vergangenen Jahres ausgestiegen war.

Bei einem Besuch des US-Sondergesandten Steven Bosworth im Dezember zeigte sich Nordkorea offen für neue Verhandlungen, ein Termin wurde aber bisher nicht festgelegt. An den Gesprächen nehmen neben den beiden koreanischen Staaten auch die USA, Japan, China und Russland teil.

In der Neujahrsbotschaft wird dem nordkoreanischen Volk zudem eine «radikale Verbesserung des Lebensstandards» versprochen. Dies solle durch eine schnellere Entwicklung der Leichtindustrie und der Landwirtschaft gelingen.

(sda)

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