Nach UNO-Sanktionen: Nordkorea will weitere Atombomben bauen
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Nach UNO-SanktionenNordkorea will weitere Atombomben bauen

Auf die verschärften Sanktionen des UN-Sicherheitsrats hat Nordkorea mit neuen Drohungen reagiert. Das Land werde seine gesamten Plutoniumvorräte in Waffen umwandeln, kündigte die Führung in Pjöngjang an. Sie räumte auch erstmals offiziell ein, dass sie ein Programm zur Urananreicherung betreibe. Dies werde wiederaufgenommen und nie aufgegeben.

Für den Fall, dass die Vereinigten Staaten oder ihre Verbündeten versuchen sollten, das Vorhaben Nordkoreas zu blockieren, drohte die Regierung zudem mit «entschlossenen militärischen Aktionen». Konkrete Einzelheiten dazu wurden nicht mitgeteilt. Der Weltsicherheitsrat hatte am Freitag als Reaktion auf den unterirdischen Atombombentest im Mai unter anderem beschlossen, das Waffenembargo gegen Pjöngjang zu verschärfen und die Auflagen für Finanzgeschäfte zu erhöhen. Die USA kündigten ferner an, Schiffe mit mutmasslicher Schmuggelware für Nordkorea stoppen zu wollen.

Die neuen Sanktionen des Sicherheitsrats, in dem Nordkoreas engster Verbündeter China ein Vetorecht hat, nannte Pjöngjang «ein Produkt der US-geführten Offensive» gegen das kommunistische Land. Ihr Ziel sei es, Nordkorea zu entwaffnen und «die Wirtschaft zu ersticken», hiess es bei KCNA.

Plutonium für ein halbes Dutzend Atombomben

Nordkorea testete 2006 erstmals einen Atomsprengsatz, im Mai folgte der zweite Versuch. Das Atomprogramm sei eine notwendige Abschreckung gegen die atomaren Drohungen seitens der USA, hiess es dazu. Es wird vermutet, dass Nordkorea schon jetzt genug Plutonium für mindestens ein halbes Dutzend Atombomben besitzt.

Ein 2007 im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche erreichtes Abkommen sah vor, dass Nordkorea seine Atomanlage in Yongbyon nördlich von Pjöngjang stilllegt und dafür im Gegenzug eine Million Tonnen Treibstoff und andere Hilfen erhält. Das Abkommen scheiterte letztlich an der Frage, wie die Umsetzung kontrolliert werden kann. Verhandlungen dazu im Dezember vergangenen Jahres kamen zu keinem Ergebnis. An den Gesprächen sind neben den Nord- und Südkorea noch China, Japan, Russland und die USA beteiligt.

(dapd)

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