Aktualisiert 28.07.2004 14:12

Nordkoreaner flüchten in Scharen

Der Flüchtlingsstrom aus dem kommunistischen Nordkorea nach Südkorea hält an. Fast schon 500 Nordkoreaner sind in den letzten Tagen nach Südkorea geflüchtet.

Einen Tag nach der Ankunft der bislang grössten Flüchtlingsgruppe landeten am Mittwoch weitere 227 Nordkoreaner auf dem Incheon International Airport in Seoul. Tags zuvor waren bereits 230 Menschen aus dem Norden eingetroffen. Wie die erste Gruppe traf auch die zweite in der Hauptstadt Seoul mit einem Flug ein, den die südkoreanische Regierung von einem anderen südostasiatischen Land aus organisiert hatte, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Über welches Land die Menschen eingereist waren, wurde nicht bekannt gegeben. Die Regierung hat Journalisten vom Flughafen bislang fern gehalten, die Flüchtlinge wurden umgehend mit Bussen weggefahren. In Südkorea werden Flüchtlinge aus dem Norden normalerweise einen Monat lang befragt. Danach erhalten sie einen zweimonatigen Kurs, um im kapitalistischen Süden zurecht zu kommen.

Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen leben in Vietnam, Thailand, Kambodscha und weiteren Ländern der Region Hunderte von Nordkoreanern, die nach Südkorea wollen. Die meisten Flüchtlinge verlassen ihr Land über China, da die innerkoreanische Grenze von zwei Millionen Soldaten bewacht wird. Seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 sind mehr als 5.000 Nordkoreaner in den Süden gegangen. (dapd)

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