«Provokativer Akt»: Nordkoreas Raketenstart scharf verurteilt
Aktualisiert

«Provokativer Akt»Nordkoreas Raketenstart scharf verurteilt

Nordkorea hat trotz aller Kritik eine Langstreckenrakete abgefeuert und nach eigenen Angaben einen Wettersatelliten in den Orbit gebracht. Südkorea und Japan sind alarmiert.

Nordkorea hat erneut die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert. Trotz aller Warnungen hatte das kommunistische Land am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Trägerrakete gestartet.

Das kommunistische Land erklärte, die Unha-3-Trägerrakete habe einen Forschungssatelliten wie geplant in die Erdumlaufbahn gebracht. Es habe sich um ein «bahnbrechendes» Ereignis gehandelt, das rund um Hauptstadt Pjöngjang spontane Freudenfeiern ausgelöst habe.

Die USA, Südkorea, Japan und andere Staaten gingen jedoch davon aus, dass unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts eine Interkontinentalrakete getestet werden sollte, die die USA erreichen könnte. Eine solche Rakete ist das wichtigste Trägermittel für atomare Sprengköpfe.

Scharfe Kritik

Die USA verurteilten die Raketenstarts scharf. «Die internationale Gemeinschaft muss zusammenarbeiten und an Nordkorea eine klare Botschaft senden, dass diese Verstösse von Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats Konsequenzen haben», sagte ein Sprecher des Präsidenten.

Selbst China als einziger enger Verbündeter Nordkoreas bezeichnete den Raktenstart als «bedauerlich»: Dieser sei «entgegen der erheblichen Besorgnis der internationalen Gemeinschaft» vorgenommen worden, hiess es im Aussenministerium in Peking. Die Antwort des Sicherheitsrats sollte aber vorsichtig und moderat sein.

Russland erklärte, der Test werde «negative Auswirkungen» auf die Situation in der Region haben. Japan verurteilte den Raketenstart als «nicht tolerierbar». Die von Nordkorea als Satellit bezeichnete Rakete sei nach ihrem Start über die japanische Insel Okinawa hinweggeflogen, erklärte die Regierung in Tokio.

Noch am Mittwoch wollte sich der UNO-Sicherheitsrat in New York mit dem Test befassen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Raketentest als «provokativen Akt». Die Europäische Union prüft nach Angaben ihrer Aussenbeauftragten Catherine Ashton neue Sanktionen gegen das bereits weithin isolierte Land.

Erfolgreicher Start

Nach ersten Einschätzungen Südkoreas und der USA verlief der Start der nordkoreanischen Rakete erfolgreich. Die Streitkräfte beider Länder gingen davon aus, dass ein auf die Rakete geladenes Objekt eine Erdumlaufbahn erreicht habe, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit.

Den Angaben zufolge fiel die erste Stufe der Rakete in einer Höhe von 98 Kilometern vor der Westküste der koreanischen Halbinsel ins Wasser. Die zweite Stufe sei rund 2600 Kilometer vom Startort an der Westküste entfernt östlich der Philippinen ins Meer gestürzt.

Gedenken an Kim Jong-Il

Der Raketenstart fällt mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag von Kim Jong-Il am 17. Dezember zusammen. Sein noch nicht 30-jähriger Sohn Kim Jong-Un war kurz nach dem Tod des langjährigen Alleinherrschers zum neuen obersten Führer des Landes ausgerufen worden. Nach Meinung von Beobachtern will Kim Jong-Un Stärke demonstrieren.

Zudem käme das Regime mit einem erfolgreichen Raketenstart seinem Anliegen näher, atomwaffenfähige Raketen zu bauen. Im Oktober hatte Nordkorea erklärt, eigene Raketen könnten die USA erreichen. Noch im April erlebte das Regime mit einer Unha-3-Rakete ein Fiasko. Die Rakete war kurz nach dem Start explodiert. Das Land unternahm 2006 und 2009 Atomtests. (sda)

Hoch provokativ und gefährlich

Die USA haben den Start einer nordkoreanischen Rakete als «hoch provokativen Akt» verurteilt. Die Einsatz der Raketentechnologie durch das kommunistische Land bedrohe die regionale Sicherheit und sei ein direkter Verstoss gegen geltende UNO-Resolutionen.

«Diese Aktion ist ein weiteres Beispiel für das unverantwortliche Verhaltensmuster Nordkoreas», erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Tommy Vietor, in der Nacht zum Mittwoch in Washington. Angesichts der nordkoreanischen Provokationen blieben die USA wachsam und der Sicherheit ihrer Verbündeten in der Region verpflichtet. (sda)

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