Noriega wird an Frankreich ausgeliefert
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Noriega wird an Frankreich ausgeliefert

Ein US-Bundesgericht hat heute der Auslieferung des noch inhaftierten früheren Machthabers von Panama, Manuel Antonio Noriega, nach Frankreich zugestimmt.

Richter William Hoeveler wies den Einwand von Noriegas Anwälten zurück, ihr Mandant dürfe wegen seines Status als US-Kriegsgefangener nach den Genfer Konventionen nicht an Frankreich übergeben werden.

Hoeveler erklärte, Noriegas sei 1992 nach seiner Verurteilung wegen Drogenschmuggels nicht als Kriegsverbrecher eingestuft worden, um ihn vor Strafverfolgung wegen schwerer Verbrechen zu schützen. Angesichts des Urteils findet am Dienstag eine weitere Anhörung zu dem Auslieferungsantrag statt. Der 72-Jährige soll am 9. September aus der Haft entlassen werden.

Die USA stürzten Noriega im Dezember 1989 mit einer Militärinvasion, am 3. Januar 1990 wurde er gefangen genommen und in die USA gebracht. In Panama wurde Noriega zudem 1993 wegen Morden an politischen Gegnern und Korruption zu 60 Jahren Haft verurteilt. Möglicherweise muss er dort aber nur einen Teil seiner Strafe verbüssen oder wird unter Hausarrest gestellt.

Frankreich will den Exmachthaber wegen Geldwäsche in Höhe von drei Millionen Dollar aus Drogengeschäften zur Rechenschaft ziehen. Das Geld soll über fünf französische Banken gewaschen worden seien. Noriega wurde bereits in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sollte er ausgeliefert werden, soll das Verfahren wiederholt werden. (dapd)

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