Aktualisiert 27.03.2013 10:46

Frauenrechtler empört

North Dakota verschärft Abtreibungsverbot

Der US-Bundesstaat North Dakota prescht mit dem strengsten Abtreibungsverbot der USA vor. Es will einen Schwangerschaftsabbruch bereits nach sechs Wochen nach der Empfängnis verbieten.

Republikanerin Kylie Oversen erhebt am 22. März 2013 im Parlament von Northdakota, in der Hauptstadt Bismarck, ihre Stimme gegen das neue Gesetz.

Republikanerin Kylie Oversen erhebt am 22. März 2013 im Parlament von Northdakota, in der Hauptstadt Bismarck, ihre Stimme gegen das neue Gesetz.

Der US-Bundesstaat North Dakota hat das strengste Abtreibungsrecht des Landes erlassen. Gouverneur Jack Dalrymple unterschrieb am Dienstag ein Gesetz, das Frauen einen Schwangerschaftsabbruch verbietet, sobald der fetale Herzschlag gehört werden kann.

Das ist rund sechs Wochen nach der Empfängnis der Fall, wie die Tageszeitung «USA Today» berichtete. Auch Abtreibungen mit der Begründung eines genetischen Defektes beim Baby sind künftig nicht mehr erlaubt.

Dalrymple hofft, dass das Gesetz als Grundlage dafür dienen könne, das vom Obersten Gerichtshof in Washington 1973 im Fall Roe vs. Wade bestätigte Recht auf Abtreibung zu Fall zu bringen.

Der republikanische Gouverneur im konservativen North Dakota forderte das Parlament seines Bundesstaates auf, Geld für Gerichtskosten zurückzustellen, um die neue Verordnung gegen Klagen bis zur höchsten Instanz verteidigen zu können.

Frauenrechtler kritisieren das Gesetz, weil es die Gesundheit von Frauen gefährde. Viele würden zu illegalen, geheimen Abtreibungen gezwungen und könnten damit ihr Leben riskieren. Die Gruppe «Naral Pro-Choice America» beklagte, dass die neue Vorschrift keine Ausnahmen für Vergewaltigungsopfer und in Inzestfällen mache. (sda)

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