Norwegen droht mit Boykott der Olympia-Eröffnung
Aktualisiert

Norwegen droht mit Boykott der Olympia-Eröffnung

Die norwegische Regierung erwägt einen Boykott der Eröffnungsfeier der Olympischen Spielen in Peking.

Dies wäre ein «deutliches Signal» für die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte in China, sagte Kulturminister Trond Giske.

Eine Boykott-Drohung für die Eröffnungsfeier aus vielen Ländern könne die chinesischen Behörden «zu Reaktionen veranlassen», erklärte Giske am Donnerstag in Oslo im Radiosender NRK.

Eine Sprecherin der oppositionellen Konservativen meinte, das Fernbleiben von der Eröffnungsfeier sei für Norwegen ein «sehr wahrscheinliches Szenario».

Mehrere Länder der EU, zu der Norwegen nicht gehört, wollen ihre Spitzenpolitiker nicht zur Eröffnungsfeier nach Peking schicken, bezeichnen dies aber nicht als Boykott. Die Schweizer Regierung hat sich bislang nicht zu der Frage geäussert.

China sieht die Dinge anders

Anlässlich des Besuchs von US-Finanzminister Henry Paulson forderte China die USA auf, sich über die «wahre Natur des Dalai Lama klar zu werden».

Aussenminister Yang Jiechi habe Paulson die wirklichen Hintergründe der Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa erläutert, berichtete die Zeitung «China Daily» am Donnerstag.

Die Massnahmen der Regierung stünden im Einklang mit Recht und Gesetz und seien bei den meisten Ländern auf Zustimmung gestossen, habe Yang gesagt. China hat einer so bezeichneten Dalai-Lama-Clique vorgeworfen, aus dem indischen Exil heraus die Unruhen in China angezettelt zu haben.

Paulson hat bei seinem Besuch unter anderem Präsident Hu Jintao und Vize-Regierungschef Wang Qishan getroffen. Am Donnerstag sollte er sich mit Ministerpräsident Wen Jiabao beraten. (sda)

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