104. Tour de France: Norweger siegt dank cleverer Routenwahl

Aktualisiert

104. Tour de FranceNorweger siegt dank cleverer Routenwahl

Edvald Boasson Hagen setzt sich im Finish des 19. Teilstücks der Tour de France durch. Das Feld kommt mit grossem Rückstand ins Ziel.

von
fal
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Aussergewöhnlicher Athlet: Chris Froome entscheidet zum vierten Mal die Frankreich-Rundfahrt für sich. (23. Juli 2017)

Aussergewöhnlicher Athlet: Chris Froome entscheidet zum vierten Mal die Frankreich-Rundfahrt für sich. (23. Juli 2017)

Keystone/Christophe Ena (AP)
Die Ehrendamen bitten in Paris zur Siegerehrung: Der Gesamterste des Sky-Teams lässt sich das sichtlich gefallen.

Die Ehrendamen bitten in Paris zur Siegerehrung: Der Gesamterste des Sky-Teams lässt sich das sichtlich gefallen.

AFP/Phililppe Lopez
Verdienter Schluck: Der Tour-Champion genehmigt sich auf dem letzten Teilstück ein Gläschen Champagner. (23. Juli 2017)

Verdienter Schluck: Der Tour-Champion genehmigt sich auf dem letzten Teilstück ein Gläschen Champagner. (23. Juli 2017)

Keystone/Benoît Tessier (AP)

Die 19. Etappe der Frankreich-Rundfahrt wurde eine Beute von Edvald Boasson Hagen. Der Norweger siegte in Salon-de-Provence mit fünf Sekunden Vorsprung vor dem Deutschen Nikias Arndt. Leader Chris Froome verbrachte einen geruhsamen Tag. Michael Albasini klassierte sich in Salon-de-Provence im 9. Rang.

Schon viermal hatte Boasson Hagen in dieser Rundfahrt den Tagessieg nur knapp verpasst. Einmal, beim Sieg von Marcel Kittel in Nuits-Saint-Georges im Burgund in der 7. Etappe, fehlten dem Norweger gar nur sechs Millimeter zum Triumph. Zuletzt am Dienstag in Romans-sur-Isère (16. Etappe) stand ihm Michael Matthews vor der Sonne. Dazwischen war er in Pau (11.) und Rodez (14.) jeweils Dritter geworden.

Richtige Routenwahl

Doch in der 19. Etappe, dem mit 222,5 km längsten Teilstück dieser Tour, folgte die Erlösung. Boasson Hagen setzte sich 3 km vor dem Ziel bei einem Kreisel zusammen mit Nikias Arndt durch eine geschicktere - weil kürzere - Routenwahl von den sieben verbliebenen Mitstreitern ab. Gleich danach beschleunigte der 30-Jährige vom südafrikanischen Team Dimension Data unwiderstehlich, so dass ihm der junge Deutsche nicht mehr folgen konnte.

Am Ende fehlten Arndt fünf Sekunden zum ersten Tour-Triumph. Für Boasson Hagen, der 2011 als Fahrer des Teams Sky zweimal gewonnen hatte, war es der dritte Sieg bei der Grande Boucle. «Ich war einige Male schon so nahe dran. Heute wollte ich nun wirklich gewinnen. Das war eine schöne Belohnung auch für das Team, das mich nach dem Ausfall von Mark (Cavendish – Schulterblattbruch in erster Tour-Woche) so stark unterstützt hat», sagte der Norweger.

Feld zwölf Minuten zurück

Mit 17 Sekunden Rückstand klassierte sich der Belgier Jens Keukeleire auf dem 3. Platz. Dessen Orica-Teamkollege Michael Albasini, der am Ende bei der Verfolgung von Boasson Hagen Nachführarbeit zu leisten hatte, wurde Neunter. Der 36-jährige Thurgauer hatte sich nach knapp einer Rennstunde zusammen mit 19 weiteren Fahrern vom Feld abgesetzt.

Das Feld mit allen Gesamtersten verbrachte einen geruhsamen Tag. Es benötigte für die drittletzte Etappe von Embrun nach Salon-de-Provence 12:27 Minuten länger als der Sieger. Intensiver wird es – zumindest für die Favoriten – am Samstag. Vor dem 22,5 km langen Zeitfahren in Marseille führt der dreifache Tour-Sieger Chris Froome das Gesamtklassement mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Romain Bardet an. Der Kolumbianer Rigoberto Uran liegt um 29 Sekunden hinter dem Briten zurück. Von diesem Trio gilt Froome als der stärkste Zeitfahrer.

104. Tour de France. 19. Etappe, Embrun - Salon-de-Provence (222,5 km): 1. Edvald Boasson Hagen (NOR) 5:06:09. 2. Nikias Arndt (GER) 0:05 zurück. 3. Jens Keukeleire (BEL) 0:17. 4. Daniele Bennati (ITA). 5. Thomas de Gendt (BEL). 6. Sylvain Chavanel (FRA). 7. Elie Gesbert (FRA). 8. Jan Bakelants (BEL), alle gleiche Zeit. 9. Michael Albasini (SUI) 0:19. 10. Pierre-Luc Périchon (FRA) 1:32.

Ferner: 27. Chris Froome (GBR) 12:27. 28. Mikel Landa (ESP). 31. Romain Bardet (FRA). 36. Mathias Frank (SUI). 45. Simon Yates (GBR). 46. Rigoberto Uran (COL). 61. Fabio Aru (ITA). 62. Alberto Contador (ESP). 66. Michael Schär (SUI). 68. Daniel Martin (IRL). 69. Louis Meintjes (RSA). 70. Warren Barguil (FRA). 123. Stefan Küng (SUI). 126. Danilo Wyss (SUI). 148. Reto Hollenstein (SUI), alle gleiche Zeit. - 170 Fahrer gestartet, 168 klassiert.

Gesamtklassement: 1. Froome 83:26:55. 2. Bardet 0:23. 3. Uran 0:29. 4. Landa 1:36. 5. Aru 1:55. 6. Martin 2:56. 7. Yates 4:46. 8. Meintjes 6:52. 9. Barguil 8:22. 10. Contador 8:34. Ferner: 30. Frank 1:18:14. 73. Schär 2:38:56. 80. Küng 2:48:49. 84. Wyss 2:52:05. 99. Albasini 3:04:35. 151. Hollenstein 4:01:19. (fal/sda)

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