Aktualisiert 11.11.2011 12:38

Anschläge auf Utøya

Norwegischer Polizeiminister nimmt den Hut

Wegen der blutigen Attentate in Oslo und der Insel Utøya ist der Justiz- und Polizeiminister Knut Storberget zurückgetreten.

Dreieinhalb Monate nach den blutigen Anschlägen in Norwegen hat der Justiz- und Polizeiminister Knut Storberget seinen Rücktritt eingereicht. Die bisherige Verteidigungsministerin Grete Faremo werde sein Amt übernehmen, teilte Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Freitag mit.

Das Amt des Polizei- und Justizministers in Norwegen entspricht dem eines Innenministers. Storberget, der den Posten 2005 übernommen hatte, stand zuletzt wegen der Reaktion der Polizei auf die Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya unter Druck.

Der geständige Attentäter Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli zunächst im Regierungsviertel von Oslo eine Autobombe gezündet und damit acht Menschen getötet. Anschliessend eröffnete er in einem Sommerlager der regierende Arbeiterpartei auf der Insel Utøya das Feuer und erschoss 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer.

Der Polizei wurde daraufhin vorgeworfen, erst verspätet und unzureichend reagiert zu haben. Storberget stand zuletzt zudem in der Kritik, weil es der Polizei nicht gelang, eine Serie von Vergewaltigungen zu stoppen.

Wie Regierungschef Stoltenberg am Freitag weiter mitteilte, soll im Zuge der Kabinettsumbildung nach dem Rücktritt Storbergets der bisherige Vize-Aussenminister Espen Barth Eide neuer Verteidigungsminister werden.

Weitere Munition gefunden

Derweil fand die Polizei auf Utøya 900 Schuss Munition. Wie die Zeitung «VG» aus Oslo weiter berichtete, befand sich die Munition grösstenteils in einem Behälter, den der Attentäter auf die Insel gebracht haben soll.

Bereits zuvor hatte die Polizei gemeldet, 186 Patronenhülsen und «jede Menge Munition» auf der Insel gefunden zu haben. Diese gehörten zu den beiden Waffen, die der Täter bei dem Massaker verwendet hatte, wie die Polizei nach einer Untersuchung mitgeteilt hatte. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.