Notfall-Pläne für «Oscars» in Arbeit
Aktualisiert

Notfall-Pläne für «Oscars» in Arbeit

Hollywood bangt um eine seiner prestigereichsten Veranstaltungen überhaupt, die Verleihung der «Oscars». Deren Durchführung steht dieses Jahr wegen dem Streik der Autoren auf der Kippe.

Doch die preisverleihende «Academy of Motion Picture Arts & Science» will sich nicht in die Knie zwingen lassen und plant schon voraus.

Der Tenor der Verantwortlichen lautet: Am 24. Februar 2008 werden die Awards verliehen, egal in welcher Form. Um gegen alle Widrigkeiten gerüstet zu sein, wollen die Verantwortlichen gleich zwei Shows vorbereiten. Die erste Variante soll eine Show sein, wie man sie kennt, mit den üblichen Stars, dem Rummel und dem roten Teppich. Daneben existieren Pläne für den Fall, dass die Drehbuchautoren immer noch streiken.

Improvisation ist gefragt

Wie das Branchenblatt «Variety» berichtet, soll sich der verantwortliche Regisseur für die 80. «Oscar»-Verleihung, Gil Cates, dahingehend geäussert haben: Die Verantwortlichen müssten halt «improvisieren», wie ein Augenzeuge berichtet. Laut dem Blatt ist es durchaus vorstellbar, dass die geladenen Persönlichkeiten aus der Showbiz-Industrie ihre Reden für die alternative «Oscar»-Veranstaltung selbst schreiben würden.

Wie es weiter heisst, hält die Akademie an ihrem Plan fest, am 4. Februar den traditionsreichen Lunch zu Ehren der Nominierten im Luxus-Hotel Beverly Hilton durchzuführen. Mit der Konsequenz, dass die Gastredner ihre Reden selbst verfassen müssen. Diese zweifelhafte Vergnügen könnte ebenfalls den Rednern der «Oscar»-Nacht blühen.

Gewerkschaften bleiben vorerst hart

Von der Gewerkschaft der streikenden Autoren ist jedenfalls keine Hilfe zu erwarten: Patric Verrone, Gewerkschaftspräsident der WGA (Writers Guild of America) erstickte etwaige Hoffnungen auf eine Aussetzung des Streiks während der Preisverleihung gleich im Keim: «Die Direktoren der WGA, Sektion West haben sich bereits dafür entschieden, einen Streikunterbruch abzulehnen, falls die Akademie darum bitten sollte», sagte Verrone am Dienstag während einer Pressekonferenz.

Und solange die Verhandlungsgespräche mit der Gegenseite - seit 7. Dezember 2007 ruhen die Gespräche zwischen den Parteien - nicht wieder aufgenommen würden, ändere sich nichts an dieser Taktik. Auf die Frage, was die Entscheidung umstossen könnte, antwortete Verrone: «Wenn wir einen Vertrag erhalten würden, würde das viele Dinge verändern.»

Ob sich die Film- und Fernsehproduzenten auf diese Weise wieder an den Verhandlungstisch bringen lassen, ist noch nicht gesagt. Kurzum: Der Hollywood-Krimi geht weiter.

Autor: Manfred Toppel

Quelle: «Variety»

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