Aktualisiert 11.01.2010 18:51

Er kann es nicht lassen

Notorischer Blaufahrer muss ins Gefängnis

Ein junger Basserdorfer Autolenker fährt immer wieder angetrunken herum und verübt dabei grobe Verkehrsdelikte. Nun muss er vier Monate ins Gefängnis.

von
Attila Szenogrady

Vor dem Obergericht hinterliess der heute 25-jährige Schweizer am Montag grundsätzlich einen guten Eindruck. Der fleissige Fensterschreiner geht täglich einer regelmässigen Arbeit nach und zahlt immer pünktlich seine Rechnungen. Doch ein Laster bringt den Junggesellen immer wieder in Teufels Küche: Sein unkontrollierter Alkoholkonsum verbunden mit groben Verkehrsdelikten.

Blaufahrt auf Blaufahrt

Die Akten sprachen Bände: Schon am 11. März 2004 verursachte der Angeklagte mit Alkohol am Steuer in Bassersdorf einen ersten schweren Selbstunfall. Dabei wurde sein Mitfahrer verletzt. Nur ein Jahr später leistete er sich im Bezirk Uster die zweite Blaufahrt, als er mit massiv übersetzter Geschwindigkeit über den Asphalt raste und in eine Polizeikontrolle geriet.

Der jüngste Vorfall ging auf den 28. Februar 2008 zurück. Damals fuhr er mit seiner Freundin mit einem Personenwagen nach Zurzach, wo er nach dem Besuch des Thermalbades viel Bier trank und sich danach wieder ans Steuer setzte.

Andere Autolenker massiv bedrängt

Fest steht, dass der Angeschuldigte am Abend mit mindestens 1,16 Promillen Alkohol im Blut über die A50 in Richtung Bülach bolzte und dabei offenbar jegliche Beherrschung verlor. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland schilderte, wie er bei einem Tempo von rund 120 km/h mehrere Fahrzeuge von hinten massiv bedrängte und sich ihnen bis auf eine Distanz von drei Metern näherte. Zu seinem Pech griff erneut die Polizei ein.

Vorstrafe für vollziehbar erklärt

Im letzten Juli beschäftigte der Vorfall zuerst das Bezirksgericht Bülach. Es verurteilte den notorischen Blaufahrer zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Die Bülacher Richter schoben den Strafvollzug zugunsten einer ambulanten Entzugstherapie auf. Allerdings widerriefen sie eine einschlägige Vorstrafe von vier Monaten Gefängnis. Weshalb der Angeklagte in die Berufung ging und vor Obergericht auf einen Verzicht der unbedingten Freiheitsstrafe hoffte.

Kein Pardon

Der Angeklagte führte aus, dass er bereits seit März 2009 die Therapie besuche. Allerdings gab er auch zu, dass er bis heute regelmässig Alkohol trinke. Was dazu führte, dass die Oberrichter kein Pardon mehr kannten und das Bülacher Urteil umfassend bestätigten. Der Gerichtsvorsitzende Franz Bollinger führte gar aus, dass angesichts des ungebrochenen Alkoholkonsums des Angeklagten das Bülacher Verdikt mit dem Teilaufschub des Strafvollzugs zu milde ausgefallen sei. Allerdings seien den Oberrichtern aufgrund des Verschlechterungsverbotes die Hände gebunden, sagte Bollinger.

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