Notorischer Pyromane vor dem Basler Strafgericht
Aktualisiert

Notorischer Pyromane vor dem Basler Strafgericht

Während in
Riehen noch fieberhaft
nach dem Feuerteufel
gesucht wird, steht ein
anderer Brandstifter seit
Donnerstag vor Gericht.

von
Jonas Hoskyn

Der 30-jährige Schweizer hatte letzten August einen Holzschopf und eine Scheune in der Umgebung bei Diegten abgefackelt. «Benzingeruch hat eine erotische Wirkung auf mich», so der Angeklagte, dem ein Psychiater Symptome einer Schizophrenie und eine verminderte Intelligenz attestierte.

Bei mehreren Bränden hat sich der Mann am Tatort auch selbst befriedigt. Seine Faszination für Benzin reiche so weit, dass er sogar einmal versucht habe, eine Benzin-Fanta-Mischung zu trinken. Das Gericht verurteilte den Brandstifter zu einer stationären psychiatrischen Behandlung. Falls er noch einmal rückfällig werden sollte, droht ihm eine unbefristete Verwahrung.

Zum Zeitpunkt der Taten lebte der 30-Jährige in einem Männerwohnheim. Vorher war er bereits einmal in der Psychiatrischen Universitätsklinik in Behandlung. Auch dort schmuggelte er mit einem «Fackelbruder» Benzin aufs Gelände und legte kleinere Brände. 1998 wurde er ausserdem wegen zwei Brandstiftungen im Kanton Zürich verurteilt.

Brandstifter im Kleinbasel

In der Nacht auf Donnerstag brach im Keller eines Wohnhauses an der Kirchgasse ein Feuer aus. Der Brand konnte durch die Feuerwehr rasch gelöscht werden. Drei Personen mussten mit Verdacht auf Rauchvergiftung ambulant behandelt werden. Die Ermittlungsbehörden gehen von Brandstiftung aus. «Kurz vor dem Brand wurde ein junges unbekanntes Pärchen beobachtet, das im Haus verschwand», so Markus Melzl von der Staatsanwaltschaft. Und er ergänzt: «Einen Zusammenhang mit der Brandserie in Riehen ist aber eher unwahrscheinlich.»

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