Aktualisiert 25.01.2015 15:45

Hunger nach Hacker-Attacke?

Notvorräte sollen wieder obligatorisch werden

Nach einer gross angelegten nationalen Sicherheitsübung kommt der Projektleiter zum Schluss: Schweizer sollen wieder Notvorräte anlegen müssen.

von
gbr
Konservendosen beim Grosshändler: Notvorräte an Grundnahrungsmitteln könnten wieder obligatorisch werden.

Konservendosen beim Grosshändler: Notvorräte an Grundnahrungsmitteln könnten wieder obligatorisch werden.

«2,5 Millionen Schweizer Haushalte sollten wieder 10 Kilo Notvorrat anlegen, wie man das früher gemacht hat», fordert Toni Frisch, Projektleiter der Sicherheitsverbundsübung (SVU) 2014, in der «Schweiz am Sonntag». Es ist eine der Empfehlungen, die der Übungsleiter dem Bundesrat und den Regierungsräten im April vorlegen wird.

Der Notvorrat für jeden Bürger soll aus Reis, Salz, Konserven, Trockenfleisch, Knäckebrot und einer Taschenlampe bestehen. Er richte sich wohl nach den (bisher freiwilligen) Empfehlungen des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), das bereits vor Jahren ein Merkblatt zum Thema herausgegeben hatte. Unter anderem empfiehlt das BWL 9 Liter Wasser pro Person.

Hunger nach Horrorszenario

Würde die Ernährungslage derart prekär, falls die Schweiz in eine Krisensituation geraten sollte? In der SVU vom vergangenen November, der ersten landesweiten Krisen-Übung seit 17 Jahren mit Armee, Betreibern kritischer Infrastrukturen sowie drei Bundesräten wurde folgendes Horror-Szenario durchgespielt: Eine «Cyberattacke» sorgte für einen 48 Stunden dauernden Stromausfall in der ganzen Schweiz. Die imaginären Hacker waren hartnäckig: Noch während weiteren drei Monaten fehlten nach dem Angriff 30 Prozent der Schweizer Stromleistung.

Doch damit nicht genug: Gleichzeitig wütete eine Grippepandemie mit zwei Millionen Infizierten, 40'000 Menschen im Spital und 8'000 Toten. Frischs Fazit nach der Übung: «Eine Epidemie könnten wir bewältigen». Anders sei das bei der Stromkrise: «Die Auswirkungen einer länger dauernden Strommangellage haben viele massivstens unterschätzt», sagt der Übungsleiter zur «Schweiz am Sonntag». Frisch meint, die meisten Läden seien schon nach zwei Tagen «ausgeschossen», die Regale leer: «Meine Hauptsorge sind Güter des täglichen Bedarfs».

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