Aktualisiert 29.03.2020 04:48

Corona-Krise

Novartis setzt Hoffnung auf Malaria-Medikament

Die Suche nach einem Medikament für Covid-19-Patienten läuft auch Hochtouren. Regierungen machen Drucken auf die Pharma-Industrie.

von
roy
1 / 5
Am Samstag bezifferte die renommierte Johns-Hopkins-Universität die Zahl der nachweislich Infizierten mit 614'884.

Am Samstag bezifferte die renommierte Johns-Hopkins-Universität die Zahl der nachweislich Infizierten mit 614'884.

Screenshot Johns Hopkins
Allein in den USA sind mehr als 104'830 Infektionen nachgewiesen worden.

Allein in den USA sind mehr als 104'830 Infektionen nachgewiesen worden.

Screenshot Johns Hopkins
In Italien sollen es mehr als 86'490 sein.

In Italien sollen es mehr als 86'490 sein.

Screenshot Johns Hopkins

Zahlreiche Regierungen, etwa Deutschland und Kanada, passen derzeit ihre Epidemiegesetze an. Damit erhöhen sie den Druck auf Pharmafirmen. Die Gesetzesänderungen sollen den Regierungen laut der «NZZ am Sonntag» ermöglichen, im Notfall schnell Medikamente gegen die Coronavirus-Erkrankung herstellen zu lassen, ohne dass sie dazu die Einwilligung der jeweiligen Pharmafirmen benötigen.

In der Schweiz sei die Rechtslage bezüglich sogenannter Zwangslizenzen nach Auskunft des Bundesamtes für Gesundheit BAG unklar. «Die Frage von Zwangslizenzen müsste über das Patentgesetz geregelt werden», sagte eine BAG-Sprecherin gegenüber der Zeitung. Die Pharmaindustrie bemühe sich derweil aber nach Kräften, den Einsatz solch drakonischer Eingriffe unnötig zu machen und erhöhe vorsorglich die Produktionskapazitäten für Medikamente, die möglicherweise bei Coronavirus-Erkrankungen helfen könnten, hiess es.

Im Interview mit der «SonntagsZeitung» spricht Novartis-Konzernchef Vas Narasimhan über einen möglichen Hoffnungsträger für Covid-19-Patienten - ein Malariamittel: «Präklinische Studien mit Tieren und ersten Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet.» Drei weitere bereits existierende Medikamente von Novartis würden zurzeit in klinischen Versuchen getestet, ob sie für die Anwendung bei Covid-19 in Frage kommen. (roy/sda)

Das neue Coronavirus

Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2). Diese Bezeichnung wurde vom International Committee on Taxonomy of Viruses am 11. Februar 2020 beschlossen. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus als 2019-nCoV bezeichnet.

Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) heisst.

Damit verhält es sich bei der neuen Krankheit ähnlich wie bei HIV und Aids. Auch dort hat das Virus (HIV) einen anderen Namen als die Krankheit (Aids).

Fehler gefunden?Jetzt melden.