Aktualisiert 24.02.2014 13:27

Zu hohe Vergütung?

Novartis droht Gegenwind von den Aktionären

Die Aktionärsvereinigungen Ethos und Actares machen sich bereit für die Generalversammlung des Basler Pharmakonzerns am Dienstag. Und schon im Vorfeld hagelt es Kritik.

von
Laura Frommberg
Novartis-Sitz: Auf einem guten Weg, aber noch nicht da.

Novartis-Sitz: Auf einem guten Weg, aber noch nicht da.

Endlich mal den Mächtigen die Meinung sagen. Für viele Aktionäre ist die Generalversammlung eines Unternehmens wohl die einzige Möglichkeit, das zu tun. Kein Wunder, hagelt es an den Aktionärstreffen von Grosskonzernen und -banken immer wieder Kritik an Vergütung und Verhalten der Vorstände und Verwaltungsräte.

Das steht nun auch Novartis bevor. Schon einen Tag vor der Generalversammlung am Dienstag kündigen die prominenten Aktionärsvereinigungen Actares und Ethos Widerstand an. Bei Ethos etwa empfiehlt man den Aktionären, den Vergütungsbericht für die Geschäftsleitung abzulehnen. Bei Actares ist man ausserdem auch gegen den Vergütungsbericht des Verwaltungsrates.

Richtige Richtung, aber nicht weit genug

«Wir finden zwar, es läuft in die richtige Richtung», so Urs Zschokke von Actares zu 20 Minuten. Immerhin hätten sich die Gehälter der Manager massiv reduziert. «Dennoch ist die Vergütung etwa der Geschäftsleitung mit bis zu 13 Millionen Franken noch zu hoch», sagt Zschokke. Er wird bei der Generalversammlung im Namen von Actares sprechen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Gemäss dem British Medical Journal musste Novartis in den Jahren zwischen 1992 und 2012 allein in den USA 800 Millionen Dollar an Bussen bezahlen. 260 Millionen davon in den Jahren 2010 bis 2012. «Sind die Inkaufnahme von Konflikten mit der US-Justiz und das Bezahlen von Bussen in beträchtlicher Höhe Teil eines rentablen Geschäftsmodells?» Auch das will Zschokke bei der Generalversammlung erfahren.

Auch Lob

Immerhin, es gibt auch Lob: Novartis ernennt erstmals einen Global Head of Corporate Responsibility. Seine Aufgabe wird es sein, ethische, ökologische und Nachhaltigkeits-Standards zu überwachen. «Bisher hatte den Job jemand nur nebenbei gemacht, nun gewichtet man das Thema deutlich höher», so Aktionärsvertreter Zschokke.

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