Umsatzrückgang: Novartis mit weniger Gewinn im ersten Quartal

Aktualisiert

UmsatzrückgangNovartis mit weniger Gewinn im ersten Quartal

Der Reingewinn des Basler Pharmakonzerns Novartis schrumpfte in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 8 Prozent. Vor allem die Geschäftsbereiche Sandoz und Consumer Health waren rückläufig.

Vor allem im Bereich Pharmaceuticals konnte Novartis ihren Umsatz steigern. (Archivbild)

Vor allem im Bereich Pharmaceuticals konnte Novartis ihren Umsatz steigern. (Archivbild)

Der Basler Pharmakonzern Novartis hat im ersten Quartal 2012 rückläufige Zahlen eingefahren: Der Umsatz sank im ersten Quartal um 2 Prozent auf 13,74 Mrd. Dollar, der Reingewinn um 8 Prozent auf 3,09 Mrd. Dollar. Unter Preisdruck litt die Generika- Division Sandoz, Pharma und und Alcon legten jedoch zu.

Der schlechte Geschäftsgang bei Sandoz und Consumer Health habe die Gesamtergebnisse beeinträchtigt, teilte Novartis am Dienstag mit. Sandoz spürte die Konkurrenz für den Blutverdünner Enoxaparin. Bei Consumer Health war es der Produktionsunterbruch wegen Qualitätsproblemen am Standort Lincoln im US-Bundesstaat Nebraska.

Die guten Ergebnisse von Pharma und der Augenheilmittel-Division Alcon konnten dies nicht vollständig ausgleichen. Das operative Kernergebnis des Konzerns - ohne Sonderpositionen und Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten - erreichte 3,7 Mrd. Dollar, 8 Prozent weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Wachstum bei Pharma und Augenmedizin

Die wichtigste Division indes, Pharmaceuticals, steigerte ihren Nettoumsatz um 2 Prozent auf 7,8 Mrd. Dollar. Zwar spürte sie die Konkurrenz neuer Generika, etwa für den Blutdrucksenker Diovan. Volumensteigerungen machten dies jedoch mehr als wett. Das operative Kernergebnis der Division stieg um 2 Prozent auf 2,6 Mrd. Dollar.

Auch die Division Alcon, Nummer zwei und seit 2011 beim Basler Pharmakonzern, erhöhte den Umsatz um 5 Prozent auf 2,5 Mrd. Dollar. Alcon profitierte laut Novartis insbesondere vom starken Wachstum in der Augenchirurgie. Das operative Kernergebnis legte um 7 Prozent auf 902 Mio. Dollar zu.

Derweil ging der Umsatz der Generika-Division Sandoz um 10 Prozent auf 2,1 Mrd. Dollar zurück. Vor allem die Entwicklung beim Enoxaparin führte zu einem Preiszerfall von 8 Prozentpunkten, derweil die Volumen insgesamt gleich blieben. Das operative Kernergebnis schrumpfte um 28 Prozent auf 382 Mio. Dollar.

Um 19 Prozent auf 299 Mio. Dollar ging der Umsatz von Vaccines and Diagnostics zurück, und die Division erlitt einen operativen Kernverlust von 118 Mio. Dollar - laut Novartis vor allem, weil das erste Quartal 2011 wegen der Freigabe grosser Lieferungen pädiatrischer Impfstoffe ausserordentlich stark gewesen sei.

Consumer Health schliesslich musste wegen der Probleme in Lincoln einen Umsatzrückgang um 20 Prozent auf 932 Mio. Dollar hinnehmen. Das operative Kernergebnis ging um 83 Prozent auf 41 Mio. Dollar zurück.

CEO Jimenez: weiterhin auf Kurs

Novartis-Chef Joe Jimenez sieht sein Unternehmen aber weiterhin auf Kurs, die Anfang 2012 gesetzten Jahresziele zu erreichen. Für die neuen Medikamente, namentlich das Multiple-Sklerose-Mittel Gilenya, sieht er eine grosse Zukunft; schon in diesem Quartal habe dessen Umsatz rund 250 Mio. Dollar erreicht.

Daneben gebe es acht weitere neue Medikamente, von denen Novartis im Laufe des Jahres steigende Verkäufe erwarte. Von einer Erholung geht CEO Jimenez im Jahresverlauf auch bei Sandoz aus, wie er in einer Telefonkonferenz sagte. Consumer Health soll zudem die Produktion am Standort Lincoln ab Mai wieder aufnehmen.

Für das Gesamtjahr rechnet Novartis bei konstanten Wechselkursen weiterhin mit einem Nettoumsatz auf dem Niveau von 2011 und mit einer operativen Kerngewinnmarge des Konzerns gerinfügig unter dem letztjährigen Niveau.

Die Anleger goutierten den Quartalsausweis wenig. Das Wertpapier verlor bis am Mittag 1,3 Prozent und bremste damit den Blue-Chip- Markt praktisch im Alleingang. Der SMI vermochte unter der Last des Schwergewichts um 0,1 Prozent zuzulegen.

(sda)

Deine Meinung