Aktualisiert 15.08.2013 15:53

1700 MitarbeiterNovartis schliesst ihre Büros am Nil

Erste Firmen stoppen ihre Produktion und schliessen Büros in Ägypten. Auch Novartis hat die Büros am Nil geschlossen und seine 1700 Mitarbeiter angewiesen, zu Hause zu bleiben.

von
D. Nodari

Von den blutigen Auseinandersetzungen in Ägypten sind auch viele Schweizer Firmen betroffen. Viele warten jedoch vorerst noch ab, Werke und Büros zu schliessen. Nicht so der Basler Pharmakonzern Novartis. «Unsere Büros sind derzeit geschlossen», sagt Mediensprecherin Esther Keller zu 20 Minuten. Die ägyptischen Mitarbeiter wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben. «Unser Hauptanliegen gilt der Sicherheit der Mitarbeitenden, so die Sprecherin weiter. Je nach Sicherheitslage könnte der Betrieb am Sonntag wieder aufgenommen werden.

Wie Novartis hat auch der zweitgrösste Haushaltsgerätehersteller Electrolux seine Produktion in Ägypten bis auf weiteres gestoppt und auch bei General Motors stehen die Fliessbänder im Werk nahe Kairo still. Der Ölkonzern Dutch/Shell lässt seine Büros geschlossen.

Nicht so der Industriekonzern ABB, der in Ägypten mehr als 1000 Mitarbeiter hat. «Unsere Mitarbeiter sind sicher», sagt Mediensprecher Thomas Schmidt auf Anfrage von 20 Minuten. Das Geschäft sei nur geringfügig von den Unruhen betroffen. Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, wurden Arbeitsschichten angepasst und auch Reisebeschränkungen auferlegt. «Wir beobachten die Situation sehr genau», sagt Schmidt.

Nestlé-Fabriken in Betrieb

Auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé betreibt seit 1988 Fabriken in Ägypten. «Unsere drei Fabriken vor Ort sind trotz der neuerlichen Eskalation in Betrieb», sagt Mediensprecherin Meike Schmidt. Die Situation werde aufmerksam beobachtet, um sicherzustellen, dass die Angestellten sicher seien, so die Sprecherin.

Die Sicherheit der Mitarbeiter ist auch beim Ostschweizer Maschinenkonzern Bühler ein Thema. Bühler betreibt in Kairo ein Verkaufsbüro. «Wir sind in Kontakt mit den unseren Mitarbeitern vor Ort», sagt Mediensprecherin Corina Atzli. Es sei durchaus eine Option, dass die Angestellten nun zu Hause bleiben – aber das müsse vor Ort entschieden werden.

Keine Schäden bekannt

Bisher sind der Schweizer Exportrisikoversicherung Serv keine Schäden aus Ägypten gemeldet worden, sagt deren Sprecher Daniel Roth. Erst im Juli hat die Serv das Risiko für Ägypten auf Stufe 6 erhöht, wobei Stufe 7 das grösste Risiko bedeutet. Die Risikostufe wird jeweils in Abstimmung mit Länderexperten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) vorgenommen. Einige Experten haben sich schon im Juli dafür ausgesprochen, Ägypten auf Stufe 7 zu heben. Eine höhere Länderrisikostufe bedeutet für die Versicherungsnehmer teurere Prämien.

Unruhen in Ägypten machen Rohöl teurer

Die blutigen Auseinandersetzungen in Ägypten schlagen sich auch auf den Ölpreis nieder. Zwar ist Ägypten selbst kein grosser Ölproduzent, aber ein wichtiges Transportland. Zum Einen wird befürchtet, dass die Unruhen auf andere Länder übergreifen könnten. Und zum Anderen halten es Anleger für möglich, dass die Öl-Lieferungen durch den Suez-Kanal unterbrochen werden.

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