Aktualisiert 09.05.2018 09:57

Schweigegeld an Porno-StarNovartis überwies Geld an Trumps Ex-Anwalt

500'000 Dollar aus dem Umfeld von Wladimir Putin sollen an Trumps Ex-Anwalt geflossen sein. US-Sonderermittler Mueller nahm auch die Novartis ins Visier.

von
chk
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Bekam sie das Geld von einem russischen Oligarchen: Stormy Daniels. (16. April 2018)

Bekam sie das Geld von einem russischen Oligarchen: Stormy Daniels. (16. April 2018)

AFP/Drew Angerer
Das Geld an Stormy Daniels sei von Trump über Monate an seinen ehemaligen Anwalt zurückbezahlt worden: Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani. (Archivbild)

Das Geld an Stormy Daniels sei von Trump über Monate an seinen ehemaligen Anwalt zurückbezahlt worden: Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani. (Archivbild)

AFP/Drew Angerer/Getty Images
Trumps Anwalt Michael Cohen vor dem Gerichtsgebäude in New York.

Trumps Anwalt Michael Cohen vor dem Gerichtsgebäude in New York.

kein Anbieter/Craig Ruttle/Keystone

Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels hat in ihrem Streit mit dem US-Präsidenten Donald Trump neue Vorwürfe erhoben. Diesmal geht es um 500'000 Dollar aus Russland.

Ihr Rechtsbeistand Michael Avenatti erklärte am Dienstag, Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen habe kurz nach dessen Wahlsieg 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500'000 Dollar erhalten. Das Geld sei über eine Firma des Oligarchen Viktor Vekselberg an Cohen gezahlt worden.

Wie der Sender CNN berichtete, wurden der Oligarch Viktor Vekselberg und sein Cousin Andrew Intrater von US-Beamten befragt, die zur mutmasslichen russischen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf ermitteln.

Einem von Avenatti veröffentlichten Dokument zufolge überwiesen Vekselberg und sein Cousin Cohen «ungefähr 500'000 Dollar» in acht einzelnen Zahlungen. «Herr Cohen hat diese Zahlungen unerklärlicherweise angenommen, als er der persönliche Anwalt des Präsidenten war», heisst es in dem Dokument. Die «New York Times» und der Sender NBC News berichteten, finanzielle Dokumente eingesehen zu haben, die Avenattis Angaben stützten.

Schweizer Firmen im Visier

Laut «New York Times» zahlten zudem mehrere andere Unternehmen hunderttausende Dollar an die Firma, über welche Cohen die Zahlung an Stormy Daniels leistete. Darunter seien auch 200'000 Dollar des Telekommunikationskonzerns AT&T, dessen geplante Fusion mit dem Medienunternehmen Time Warner derzeit vor Gericht verhandelt wird. Die US-Regierung blockiert derzeit mit einer Klage die milliardenschwere Übernahme durch AT&T.

AT&T erklärte, Cohens Firma Essential Consultants Anfang 2017 engagiert zu haben, um «Einblicke in die neue Regierung» zu bekommen. Der Vertrag sei im Dezember 2017 beendet worden. Es habe sich nicht um Lobbyarbeit gehandelt.

Mueller ermittelte gegen Novartis

Überdies leisteten der «New York Times» zufolge die Tochterfirma des Schweizer Pharmariesen Novartis, Novartis Investments S.A.R.L., sowie der Flugzeugbauer Korea Aerospace Industries hohe Geldzahlungen an Cohens Firma. So sollen von einem UBS-Konto aus zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 vier Mal knapp 100'000 Dollar an Essential überwiesen worden sein.

Novartis bestätigt gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass der amerikanische Sonderermittler Robert Mueller den Basler Pharmakonzern ins Visier genommen hatte. Demnach wurde Novartis im November 2017 von Muellers Mitarbeitern zum Übereinkommen mit der Tochterfirma befragt. Man habe «voll und ganz» mit dem dem Büro des Sonderermittlers kooperiert, heisst es in einer Mitteilung von Novartis.

Cohen hatte die 130'000 Dollar wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 an die Pornodarstellerin gezahlt, damit sie nicht öffentlich über ein angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump spricht.

Trump hatte am Donnerstag überraschend erklärt, Cohen die 130'000 Dollar erstattet zu haben. Zuvor hatte der Präsident betont, von der Zahlung nichts gewusst zu haben. Eine Affäre mit dem Pornostar bestreitet er weiter. (chk/sda)

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