Aktualisiert 22.04.2014 10:17

UmbauNovartis verkauft Impfstoff-Geschäft

Für 7,1 Milliarden Dollar verkauft Novartis das Impfstoff-Geschäft an GlaxoSmithKline (GSK). Im Gegenzug kauft sie die Onkologie-Sparte für 14,5 Mrd. Dollar.

Zudem gründen Novartis und GSK ein Joint Venture für das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten.

Zudem gründen Novartis und GSK ein Joint Venture für das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten.

Paukenschlag in der Pharmabranche: Der Schweizer Pharmariese Novartis baut sich um. Sie kauft von der britischen GlaxoSmithKline (GSK) für 14,5 Mrd. Dollar deren Onkologiegeschäft. Im Gegenzug verkauft Novartis dem Pharmakonzern das Impfgeschäft für 7,1 Mrd. Dollar. Zudem trennt sich Novartis vom Tierfutter-Geschäft. Dieses verkauft das Schweizer Unternehmen für 5,4 Mrd. Dollar an Lilly.

Er sei sehr aufgeregt, sagte Novartis-Chef Joseph Jimenez am Dienstagmorgen an einer Telefonkonferenz. Mit dem Zukauf der Onkologiesparte und zusätzlichen 1,5 Mrd. Dollar Erfolgsprämien sichere sich Novartis mögliche Blockbuster zusätzlich zu seinen aktuellen und in der Pipeline befindlichen Krebsmitteln. Vom ganzen Umbau erwartet Jimenez für seinen Konzern rund 4 Mrd. Dollar weniger Umsatz im Jahr, aber eine deutlich höhere Profitabilität.

Experten halten Deal für gute Idee

Die Aktie startete am Dienstagmorgen mit einem Plus von 2,2 Prozent in den Handel. Branchenbeobachter halten den Deal für eine gute Idee. Novartis habe eine Lösung für praktisch alle Problemkinder gefunden, schrieb beispielsweise die Bank Notenstein in einem Marktkommentar. Mit der Krebssparte von GSK erwerbe der Schweizer Konzern hingegen einen zukunftsträchtigen und hochmargigen Pharmazweig.

Weltweit führende Firma für Gesundheitsprodukte

Im Weiteren gründen Novartis und GSK ein Joint Venture , in welchem sie das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (Consumer Healthcare) zusammenlegen, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Damit entstehe eine weltweit führende Firma für Gesundheitsprodukte. Auf die rund 15'000 weltweiten Novartis-Arbeitsplätze in dieser Sparte habe das keinen Einfluss. Die 1500 Stellen in Nyon und am Hauptsitz Basel in dem Zweig blieben erhalten. Mit Produkten wie Panadol oder der Zahnpasta für sensible Zahnhälse von GSK ergebe sich hier eine starke Marktposition. Novartis wird am Gemeinschaftsunternehmen einen Anteil von 36,5 Prozent halten und wird vier von elf Verwaltungsratssitzen inne haben.

Laut Mitteilung soll der Deal mit Cash sowie kurzfristige Elemente und beschränkte neue Bonds bezahlt werden. Dabei wolle man weiterhin ein Doppel-A-Rating haben. Die gesamte Abwicklung soll bis Mitte 2015 vollzogen werden – zuerst müssen noch die Aktionäre sowie die Wettbewerbsbehörden zustimmen. (sda)

Schweizer Mitarbeiter betroffen

Vom Umbau des Pharmakonzerns Novartis sind in der Schweiz rund 1500 von 15'000 Beschäftigten betroffen. Ob es auch zur Verschiebung von Stellen ins Ausland oder zu Entlassungen kommt, liess Novartis offen.

Am stärksten von der am Dienstag angekündigten Transaktion betroffen ist in der Schweiz der Standort Nyon VD mit rund 900 Angestellten. (SDA)

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