Aktualisiert 27.10.2009 21:42

Wegen SparpaketNumerus clausus sorgt für Ärger

Sparen wegen der Wirtschaftskrise: Der Kanton Zürich prüft einen Numerus clausus an seinen Hochschulen. Studenten und linke Politiker sind empört.

von
Roman Hodel

Weil die Wirtschaftskrise ein Riesenloch in den Finanzhaushalt reisst, muss der Kanton Zürich seine Ausgabe bis 2013 um 1,3 Milliarden Franken kürzen. Sparen könnte man etwa durch Zulassungsbeschränkungen an der Universität und an Fachhochschulen, wo die Studentenzahlen rasant steigen. «Wir werden einen Numerus clausus prüfen müssen», sagte Finanzdirektorin Ursula Gut im «Tages-Anzeiger».

Davon hält Sylvie Fee Michel, Präsidentin des Studierendenrats der Uni Zürich, gar nichts: «Die Idee ist daneben.» Zumal der Kanton nicht zu Ende rechne: «Die Zulassungsprüfungen hätten Kosten zur Folge, während für weniger Studierende auch weniger Bundes- und Kantonsgelder fliessen würden.» SP-Kantonsrätin Susanna Rusca winkt ebenfalls ab: «Wenns der Wirtschaft schlecht geht, müssen wir erst recht in die Bildung investieren.» SVP-Kantonsrat Samuel Ramseyer hingegen würde einen Numerus clausus «unabhängig vom Sparpaket» begrüssen: «Durch die Fachhochschulen hat die Hochschulquote ohnehin die obere Grenze erreicht.»

Steuern werden nicht erhöht

Trotz Sparpaket will Finanzdirektorin Ursula Gut die Steuern nicht erhöhen: «Der Kanton Zürich muss im Steuerwettbewerb weiterhin gut positioniert sein.» Mögliches Sparpotenzial sieht sie neben den Hochschulen dafür bei den Löhnen des Staatspersonals. «Dies steht aber nicht zuoberst auf meiner Liste.» Die Gewerkschaft VPOD warnt: «Abbaumassnahmen im öffentlichen Dienst sind schädlich und würden die Arbeitslosigkeit verschärfen.»

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