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TrockenheitNun droht eine Borkenkäfer-Epidemie

Dem Kanton Solothurn droht eine Borkenkäfer-Plage: Wegen der Trockenheit breitet sich der Schädling derzeit ungehindert aus. Zahlreiche Bäume drohen abzusterben.

von
Nora Camenisch
Der Borkenkäfer hat wegen der Wärme weniger natürliche Feinde. Foto: key

Der Borkenkäfer hat wegen der Wärme weniger natürliche Feinde. Foto: key

«Ich habe bis jetzt so viele Borkenkäfer aus Fallen genommen wie im ganzen letzten Jahr nicht», sagt der Solothurner Förster Daniel Schmutz. Grund für die Ausbreitung des Schädlings sind die Trockenheit und die Hitze der vergangenen Wochen. Obwohl die «fiesen» Tierchen noch nicht in den Bäumen sind, warnt Schmutz: «Ich befürchte eine Epidemie wie im Jahr 2003. Wegen der Hitze können die Rottannen keinen Harz produzieren und sich so nicht gegen die Käfer wehren.» Die Folgen: Die Bäume sterben ab, der Wald wird dürr. Mit Gift gegen die Schädlinge vorgehen darf Schmutz nicht. «Der Einsatz von Chemie ist verboten. Die einzige Hoffnung sind Regen und Kälte.» Dadurch würden sich auch die natürlichen Feinde der Schädlinge wie Pilze und Viren besser vermehren.

Weniger dramatisch ist die Lage bislang im Kanton Bern. «Der Bestand der Käfer war Ende letztes Jahr relativ tief», sagt Walter Beer vom Amt für Wald. Allerdings hofft man auch hier auf Regen und kühlere Temperaturen. «Ich bin derzeit optimistisch. Aber wenn es weiter so trocken bleibt, ist die Ausgangslage für die Borkenkäfer natürlich gut», so Beer. Der Kanton appelliert deshalb an die Waldbesitzer, die Lage genau zu beobachten.

«Wir hatten bis jetzt mehr Borkenkäfer in den Fallen als im ganzen letzten Jahr.»

«Wir hatten bis jetzt mehr Borkenkäfer in den Fallen als im ganzen letzten Jahr.»

Daniel Schmutz, Der Förster zur Ausbreitung der ­Borkenkäfer in Solothurner Wäldern.

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