18.05.2016 10:56

Gesundheitsrisiko

Nun geraten auch noch die Kartoffeln in Verruf

Wer sein Essen regelmässig mit Kartoffeln ergänzt, lebt gefährlich. Denn das Gewächs lässt den Blutdruck gewaltig steigen. Schuld ist die enthaltene Stärke.

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Bluthochdruck ist weder sichtbar noch tut er weh, aber er richtet immensen Schaden an. Für all diejenigen, die das Risiko tief halten möchten, haben US-Forscher einen neuen Ernährungstipp.

Bluthochdruck ist weder sichtbar noch tut er weh, aber er richtet immensen Schaden an. Für all diejenigen, die das Risiko tief halten möchten, haben US-Forscher einen neuen Ernährungstipp.

Keystone/Christian Beutler
Dem Team um Lea Borgi von der Harvard Medical School zufolge sollten Personen, die um ihren Blutdruck besorgt sind, ihren Kartoffelkonsum reduzieren.

Dem Team um Lea Borgi von der Harvard Medical School zufolge sollten Personen, die um ihren Blutdruck besorgt sind, ihren Kartoffelkonsum reduzieren.

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Denn egal in welcher Form die stärkehaltige Knolle serviert wird - ob als Härdöpfelstock, ...

Denn egal in welcher Form die stärkehaltige Knolle serviert wird - ob als Härdöpfelstock, ...

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Viele Jahre galt Bluthochdruck (Hypertonie) als ein Problem von alten Menschen. Doch immer häufiger wird die Herz-Kreislauf-Erkrankung auch bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Das Problem: Bluthochdruck bleibt lange unbemerkt und nicht immer sind die Ursachen so einfach auszumachen.

Die eh schon lange Liste mit möglichen Auslösern (siehe Box) haben US-Forschern nun noch weiter ergänzt: Laut dem Team von der Harvard Medical School steigert auch der regelmässige Konsum von Kartoffelprodukten das Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln.

Daten aus 20 Jahren ausgewertet

Für die Studie, die im Fachjournal «BMJ» erschienen ist, werteten die Wissenschaftler um Lea Borgi die Daten von 187'000 Männern und Frauen aus 20 Jahren aus. Dazu zählten Angaben zur Nahrungsaufnahme, die mittels eines Fragebogens erhoben wurden, sowie medizinische Einschätzungen zum jeweiligen Blutdruck.

Nach Berücksichtigung aller Risikofaktoren zeigte sich, dass jene Probanden, die pro Woche vier oder mehr Portionen Kartoffeln zu sich nahmen, deutlich häufiger an Bluthochdruck erkrankten als diejenigen, die Knollenprodukte nur einmal monatlich assen. Dabei spielte es keine Rolle, in welcher Form diese serviert wurden. Einzig Pommes Chips scheinen keinen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu haben, wie es in einer Mitteilung heisst.

Weniger ist mehr

Als Grund vermuten die Forscher den hohen glykämischen Index der Kartoffeln, der dazu führt, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Konsum nach oben schnellt.

Aufgrund der Erkenntnisse raten Borgi und ihre Kollegen Bluthochdruck-Betroffenen und Gesundheitsbewussten dazu, künftig weniger Kartoffeln zu essen. Stattdessen sollten sie mindestens eine Portion am Tag gegen eine weniger stärkehaltige Beilage austauschen.

Blaue Alternative für Kartoffelfans

Wem das schwerfallen sollte, dem sei eine Studie aus dem Jahr 2011 ans Herz gelegt. Damals hatten Forscher der Universität Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania nachgewiesen, dass übergewichtige Menschen, die einen Monat lang regelmässig die blauen Kartoffeln verspeisten, ihren Blutdruck nachweislich leicht senken konnten – um durchschnittlich 3,5 bis 4,3 Prozent.

Für die positive Wirkung verantwortlich sind die vielen sekundären Pflanzenstoffe, die in den blauen Knollen stecken. Zu deren positiven Effekten auf den Körper zählt unter anderem das Senken des Blutdrucks.

Ein Leiden, viele Verdächtige

primären Hypertonie. An ihrer Entstehung sind vermutlich mehrere Faktoren beteiligt:

Erblich bedingt: Wie so oft, spielen die Gene eine Rolle. So besteht bei Kindern ein doppelt bis dreifach höheres Risiko, Bluthochdruck zu bekommen, wenn ein oder beide Elternteile Hypertoniker sind.

Kochsalzverbrauch: Zu viel Salz lässt die Werte nach oben schnellen. Bei etwa jedem dritten Fall von Bluthochdruck steigen die Werte, sobald die Betroffenen übermässig viel Kochsalz zu sich nehmen. Bei Salzentzug sinkt der Blutdruck hingegen deutlich.

Stress: Stresshormone bewirken, dass sich die Muskulatur der Blutgefässe zusammenzieht. Dadurch nimmt der Gefässwiderstand zu und der Blutdruck steigt.

Übergewicht: Hoher Blutdruck ist bei übergewichtigen Menschen häufig. Durch eine Gewichtsabnahme hingegen normalisieren sich die Blutdruckwerte wieder: Pro verlorenem Kilogramm Gewicht sinkt der Blutdruck um durchschnittlich zwei Millimeter Quecksilbersäule (mmHg).

- Alkohol und Rauchen: Schon geringe Mengen Alkohol führen dazu, dass der Blutdruck steigt. Nikotin hingegen erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen, die ein zu hoher Blutdruck mit sich bringen kann – wie zum Beispiel einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

sekundären Hypertonie).

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