Erstes Training mit 10 Mann: Nun gibt Mourinho bei Real den Ton an
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Erstes Training mit 10 MannNun gibt Mourinho bei Real den Ton an

Bei Real Madrid hat am Freitag mit dem ersten Training die «Ära Mourinho» begonnen. Endlich sollen wieder Titel her und dafür lässt Mourinho bei den «Königlichen» keinen Stein auf dem anderen.

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pre

Schon am Tag vor dem ersten Training liess José Mourinho von den Klubärzten die Fitness seiner Mannschaft - noch fehlen WM-Teilnehmer - untersuchen. Wer ist fit, wer hat sich im Urlaub auf die faule Haut gesetzt? Der neue Trainer setzt auf totale Kontrolle. Schliesslich ist er gekommen, um Real Madrid zu alter Grösse zurückzuführen. Präsident Florentino Perez hatte allein vor einem Jahr rund 260 Millionen Euro bereitgestellt und Stars wie den Brasilianer Kaká und Cristiano Ronaldo gekauft. Genützt hat's nichts: Die «Königlichen» blieben im achten Jahr in Folge ohne internationalen Titel.

Doch nun ist Mourinho da und «The Special One» will nichts dem Zufall überlassen. Der Portugiese will das Team komplett umbauen, kein Stein soll auf dem anderen bleiben. «Ich habe hart gearbeitet, um dieses Amt verdient zu haben. Bei Real will ich etwas Grosses aufbauen», versprach Mourinho und liess sogleich Taten folgen. Der 33-jährige Raúl, der seit seinem Debüt 1994 550 Einsätze für die Königlichen verbuchen konnte, ist nicht mehr erwünscht. Mit Guti wurde ein zweites Eigengewächs rigoros aus dem Kader gestrichen. Auch für Kaká könnte es unter Mourinho eng werden. Offenbar geniesst Rafael van der Vaart beim Portugiesen den höheren Kredit und spanische Zeitungen wollen bereits erfahren haben, dass der Brasilianer nur zu gerne zu seinem Mentor Carlo Ancelotti nach Chelsea wechseln würde.

Transferkonzept bereits geändert

Mit dem neuen Coach soll Real Madrid endlich ein System erhlaten. Die Zeiten, in denen die Madrilenen Jahr für Jahr ohne Konzept für unzählige Millionen Spieler mit grossen Namen und Marketingpotenzial einkauften, sind vorbei. Von verwöhnten Millionären hält Mourinho nichts, jung und hungrig sollen seine Spieler sein.

Die ersten Transfers zeigen, dass sein Erfolgskonzept auch bei Real zum Einsatz kommt. Mit den Zuzügen der jungen Talente Angel di Maria, Pedro Leon und Sergio Canales ist das erste Zeichen gesetzt und es ist kein Zufall, dass Mourinho lieber den jungen Deutschen Sami Khedira oder auch Bastian Schweinsteiger in seinem Team haben will als beispielsweise den erfahrenen Michael Ballack.

Kein lockerer Aufgalopp

Im ersten Training, das am Freitag pünktlich um 09.30 begann, waren jedoch lediglich 10 Spieler anwesend. Die WM-Teilnehmer geniessen noch ihren wohlverdienten Urlaub. Doch auch ohne das halbe Kader bekamen Adán, Garay, Marcelo, Drenthe, Dudek, Gago, Diarra, Granero, Lass und Benzema mit, wie der neue Wind weht. Mit eiserner Hand führte Mourinho die Übungseinheit und beobachtete und beobachtete, gab Anweisungen und drehte sich auch mal verärgert ab, wenn ihm etwas nicht gefiel.

Zeit, eine neue Mannschaft zu formen ist da, die Saison startet in Spanien erst Ende August. Doch der Druck auf den Schultern des Portugiesen ist enorm. Von Mourinho wird nichts anderes erwartet, als Erzrivale Barcelona im Titelrennen hinter sich zu lassen. Und natürlich soll auch der Champions-League-Pokal endlich wieder in der Vitrine der Königlichen landen.

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