Aktualisiert 14.09.2018 05:30

Damian von Euw

Nun hat der Ringer doch ein Blumenkohlohr

Damian von Euw ist mit 20 Jahren einer der besten Ringer der Schweiz. Sein nächstes grosses Ziel sind die Olympischen Spiele 2020.

von
Adrian Hunziker

Damian von Euw über seine Passion Ringen. (Video: T. El Sayed)

Damian von Euw ist ein 20-jähriger Schweizer, der unter Gleichaltrigen nicht weiter auffällt, würde er nicht 94 kg bei einer Grösse von 1,85 m wiegen. Dass der gelernte Kaufmann so kräftig ist, hat einen Grund: Er ringt seit nunmehr zehn Jahren – und das sehr erfolgreich.

Durch seinen kleinen Bruder ist er zum Ringen gekommen. «Die Ringerriege Brunnen kam in die Schule, danach ging mein Bruder Thomas hin und nahm mich mit. Ich wollte nicht schwächer sein als er, deshalb musste ich mit», sagt von Euw und lacht. Mittlerweile ist er erfolgreicher als sein jüngerer Bruder. Zwar sei Thomas talentierter gewesen als er, aber «man kann es sich auch erarbeiten, es kann jeder ein guter Ringer werden».

Zusammen sind sie stark

Der Schwyzer ist mittlerweile so gut, dass Gegner aus dem Ausland anreisen, um mit ihm zu trainieren. Er ist auf dem richtigen Weg, auch international durchzustarten. Zumal er heuer an der Militär-Weltmeisterschaft in Moskau Zweiter wurde. Doch von Euw ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, er hat ein höheres Ziel: die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio.

Zu seinen Trainingspartnern aus Deutschland sagt er: «In Westeuropa gibt es nicht so viele Ringer auf Topniveau. Wir sind Konkurrenten mit demselben Ziel: die Olympischen Spiele. Indem wir uns zusammentun, stärken wir uns gegenseitig, damit wir auch eine Chance haben gegen die Ostblockländer.»

Zu 30 Prozent im Aussendienst angestellt

Von Euw, der im Greco-Stil ringt, das heisst, er darf anders als im Freistilringen nicht die Beine des Gegners angreifen, weiss, dass Tokio 2020 ein hochgestecktes Ziel ist. Er sagt: «Wenn ich die Qualifikation schaffe, dann kann ich auch um die Medaillen mitringen. Die Quali als Europäer ist so schwer, wenn du dabei bist, liegt eine Medaille drin.»

Der Ringer, der bei einer Kleiderfirma zu 30 Prozent im Aussendienst angestellt ist, ringt in der Gewichtsklasse bis 97 kg, wiegt aber nur 94 kg. In den Trainingslagern, wenn sie zweimal am Tag eineinhalb Stunden auf der Matte Vollgas trainieren, «muss ich schauen, dass ich das Gewicht halten kann, da wir so viele Kalorien verbrennen». Von Euw versucht, nach der Junioren-WM (vom 17. bis 23. September im slowakischen Trnava) an Gewicht zuzulegen, damit er auf 98 oder 99 kg kommt – «das wäre ideal für diese Gewichtsklasse».

Das gehört halt dazu

Es gibt ein Merkmal, das beinahe jeden Ringer, speziell die erfolgreichen, auszeichnet: die Blumenkohlohren. «Ich habe dieses Jahr das erste bekommen. An der EM war es ganz geschwollen», sagt von Euw und lächelt. Er habe immer gedacht, er werde nie solche Ohren bekommen. Aber das gehöre halt dazu.

«In der Schweiz wissen wohl nur die wenigsten, woher das kommt. In den östlicheren Ländern ist es ein Statussymbol, da hast du keinen Ärger, wenn du mit solchen Ohren herumläufst», sagt der Ringer.

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