Reaktion «Sharia Police»: Nun machen auch Rechtsextreme auf Polizei
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Reaktion «Sharia Police»Nun machen auch Rechtsextreme auf Polizei

Wuppertal kommt nicht zur Ruhe. Nachdem Salafisten als «Sharia Police» durch die Stadt gegangen sind, sind nun auch Rechtsextreme auf Streife.

von
cho

Sie nennen sich «Stadtschutz Wuppertal» und patrouillierten am Wochenende durch die deutsche Stadt nahe Düsseldorf - junge Männer in einheitlichen T-Shirts mit rechtsextremer Gesinnung. Nachdem deutsche Salafisten vor wenigen Tagen als «Shariah Police» durch Wuppertal gezogen waren und «sittsames Verhalten» junger Männer kontrolliert hatten, gründeten Mitglieder der deutschen Partei «Die Rechte» nun eine Gegenbewegung.

Genau wie die «Shariah Police» der Salafisten zog auch der «Stadtschutz Wuppertal» schnell die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Gegen die uniformierte Gruppe ist ein Strafverfahren wegen des Verstosses gegen Versammlungsgesetz und Uniformierungsverbot eingeleitet worden, wie «Zeit.de» schreibt.

Laut der Wuppertaler Polizei warben die Rechtsextremen mit Sicherheit während der Nacht für ihre Aktion. Die Männer würden sich vergeblich den «Deckmantel der Rechtschaffenheit» umbinden, sagt Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher. «Sie wollten Ängste schüren und provozieren.» Auf ihrer Facebook-Seite hat die Partei gar eine Umfrage gestartet. Sie wollte wissen, wo die Gruppe als Nächstes «für mehr Sicherheit, Recht und Ordnung» sorgen solle.

Scharia

Die Scharia ist das unabänderliche islamische Recht, das auf dem Koran und damit auf Gottes Wort beruht. Es unterscheidet zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen und weist Frauen einen unterschiedlichen Rechtsstatus zu, der sie in der Regel benachteiligt.

Die Scharia bedroht eine Reihe von verbotenen Handlungen mit Körperstrafen («Hadd-Strafen»): Dazu zählen Alkoholgenuss, Unzucht, die falsche Bezichtigung der Unzucht, Diebstahl, Geschlechtsverkehr zwischen Männern und der Abfall vom Islam.

Für Ehebruch (Unzucht) bei volljährigen Personen, die verheiratet sind oder waren, sieht der Koran lebenslangen Hausarrest oder einen von Gott geschaffenen «Ausweg» vor. Dieser Ausweg ist in der Rechtspraxis die Steinigung. Unzucht muss allerdings von vier männlichen Zeugen bestätigt werden, was praktisch ein Geständnis notwendig macht.

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